Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
auch zum Abschluss der Woche erwartet Sie ein Werk, das der Komponist in noch jungen Jahren schrieb: Die Sinfonietta H-Dur op. 5 von Erich Wolfgang Korngold.
Gerade mal 15 Jahre alt war Erich Wolfgang Korngold, als er im August 1912 die Partitur zu seiner Sinfonietta vollendete. Die Komposition ist sein erstes eigenhändig instrumentiertes großes Orchesterwerk. Dabei ist die Bezeichnung Sinfonietta, also "kleine Sinfonie", schlichtweg eine Untertreibung, denn das viersätzige Werk mit seiner Spieldauer von einer knappen Dreiviertelstunde ist sowohl von seiner Anlage her wie auch in der üppigen spätromantischen Orchesterbesetzung eine ausgewachsene Sinfonie. Was Erfindungsgabe, die delikate harmonische Verarbeitung des Materials und die handwerkliche Souveränität anbelangt, zeigt sich der 15-jährige Komponist nicht nur als Meister ohne Fehl und Tadel, sondern auch mutig auf der Höhe seiner Zeit. Unwillkürlich fühlt man sich stellenweise an den vorwärtsstürmenden Elan und die klangliche Delikatesse einer sinfonischen Dichtung von Richard Strauss erinnert.
Die Uraufführung fand am 30. November 1913 in Wien unter der Leitung von Felix Weingartner statt.
Unser heutiger Konzertmitschnitt entstand am 16. November 2021 in der Kölner Philharmonie; James Conlon, der das Gürzenich-Orchester Köln von 1990 bis 2002 leitete, war wieder einmal bei "seinem" Orchester zu Gast:
Ihnen allen ein schönes Wochenende mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler
