Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 61

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

viele Musikfestivals sind in diesem Jahr abgesagt worden – die traditionsreichen Salzburger Festspiele finden aber statt, wenn auch mit deutlich weniger Programmpunkten als geplant. 2020 ist das große Jubiläumsjahr, vor 100 Jahren fanden sie erstmals statt, initiiert von Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss. Zu den Konzerthöhepunkten des letzten Jahres zählte ohne Zweifel das Konzert des West Eastern Divan Orchestras unter der Leitung von Daniel Barenboim, Solistin war Martha Argerich. Auf dem Programm stand eines ihrer Paradewerke: Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 60

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde der Kirchenmusik,

der folgende Film ist Schuld an einer der größten Pianistenkarrieren der vergangenen Jahre:

https://www.youtube.com/watch?v=QpEfHVFilRc

Starpianist Lang Lang kam durch Zeichentrickfilme zur klassischen Musik. Als kleiner Junge habe er auf diese Art zum ersten Mal Franz Liszt gehört, sagte er nun dem Magazin Rolling Stone: „Ich sah im Fernsehen eine Episode von „Tom & Jerry“, in der die Katze Franz Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 2 spielt – und natürlich von der Maus geärgert wird“, so der Pianist im Interview. Die Erfahrung habe sein Interesse für klassische Klaviermusik geweckt.

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Musik in schwieriegen Zeiten-Folge 59

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

zu meinen ersten Konzerterlebnissen zählte Ende der Achtziger Jahre ein Abend mit Canadian Brass im NDR-Funkhaus Hannover. Das hervorragende Blechbläserquintett begeisterte bereits damals weltweit das Publikum. Zu einer Zeit, als  „Crossover“ noch ein Fremdwort war, spielten sie bereits alles, was ihnen unter die Finger kam: Vivaldis Vier Jahreszeiten, Opernparodien, Beatles-Titel, Musik aus der Renaissance, Spirituals und vieles mehr.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 58

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
der Opernspielplan ist an vielen Theatern manchmal schon kurios. Die beliebteste Oper im Dezember ist auf vielen Bühnen immer noch Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“, obwohl im gesamten Märchen nicht eine einzige Schneeflocke fällt. Und die Oper, in der man sich wahre Schneeballschlachten liefern könnte (die Handlung spielt in den ersten beiden Akten am Heiligen Abend), ist auch in den wärmsten Sommermonaten immer wieder zu erleben.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 57

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
zu den Sängern, die mich schon seit vielen Jahren begeistern, gehört der englische Tenor Ian Bostridge. Mein erstes Konzert mit ihm war für mich ein unvergesslicher Abend: Schuberts „Winterreise“ mit dem Pianisten Leif Ove Andsnes im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Mittlerweile habe ich drei weitere „Winterreisen“ und verschiedene Konzertprogramme mit ihm erlebt und gestehe aus vollem Herzen: Diese Stimme macht mich süchtig – besonders für die Werke von Benjamin Britten ist er mich der ideale Interpret.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 55

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

drei prominente Musiker, die gemeinsam von Zeit zu Zeit auch ein weltweit begehrtes Klaviertrio bilden, stehen im Mittelpunkt des heutigen Newsletters: Martha Argerich, Gidon Kremer und Mischa Maisky. 1998 fanden sich die drei wieder einmal in Japan zusammen – und im Konzertsaal war nicht nur ein begeistertes Publikum anwesend, sondern auch die Aufnahmemikros der Deutschen Grammophon. Das Konzert bestand aus Dmitri Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67 und Peter Tschaikowskys Klaviertrio a-Moll op.50.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 54

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

im Dezember 2019 starb der Dirigent Mariss Jansons. Viele Jahre war er Chefdirigent des Concertgebouworkest Amsterdam, parallel bis zu seinem Tod auch noch beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Wie bedeutend der Verlust dieses außerordentlichen Musikers ist, zeigen die zahlreichen Nachrufe. Auffallend ist vor allem, dass man in Zeiten, in denen „bad news“ eigentlich „good news“ bedeuten, nichts dergleichen zu lesen bekam. Musiker auf der ganzen Welt sprechen voller Hochachtung von diesem Dirigenten, der regelmäßig auch die Wiener und die Berliner Philharmoniker dirigierte. Ich selbst verdanke ihm unvergessliche Konzerterlebnisse, zuletzt noch im Januar 2019 mit den Berliner Philharmonikern.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 53

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

sehr herzlich grüße ich Sie ab heute aus dem Urlaub, den ich wie so oft auf einer Nordseeinsel verbringe. Auf der Suche nach einem passenden Stück zum Urlaubsbeginn hätte ich Ihnen gerne eine Vertonung meiner Insel geschickt – wenn es denn eine geben würde. Aber immerhin: Wer sucht, der findet eine Alternative;
und somit stelle ich Ihnen heute mit großer Freude eine absolute Rarität vor: „Helgoland“ von Anton Bruckner.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 52

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

„Operette sich, wer kann“ war viele Jahre ein Lebensmotto von mir – zu viele schlechte Inszenierungen von Operetten haben bei mir oft Fassungslosigkeit darüber ausgelöst, dass man dieses Genre nicht Ernst genug nimmt und zum Teil haarsträubend schlecht auf deutschen Bühnen inszeniert – selbst in diesem Jahr musste ich das noch so erleben. Seit einigen Jahren gibt es aber endlich auch wieder Spitzeninszenierungen (allen voran an der Komischen Oper Berlin), und dann begreift man schnell, warum in früheren Jahrzehnten diese Werke zu großen Publikumserfolgen wurden.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 51

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

unerwartet wurde ich vor knapp zwei Wochen überrascht. Ein musikalischer Gruß, verbunden einem Dank für diese Newsletter-Reihe, war am Samstagvormittag im Sendegebiet von NDR Kultur in der Sendung „Klassik auf Wunsch“ zu hören. War schon diese Überraschung geglückt, so bin ich nach knapp zwei Wochen danach vor allem darüber erstaunt, wer mich seitdem bereits auf diese Sendung angesprochen hat. Die begeisterte Newsletter-Empfängerin wählte ein Musikstück, auf das ich ebenfalls schon seit Wochen hinweisen möchte – heute ist es soweit: Samuel Barbers „Adagio for Strings“.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 50

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

die heutige 50. Ausgabe habe ich für ein besonderes Stück reserviert: Johann Sebastian Bachs Passacaglia und Fuge c-Moll BWV 582. Über dieses Stück ist soviel geschrieben worden, dass ein Newsletter gar nicht ausreichen kann, um dem Werk gerecht zu werden – hier nur die wichtigsten Infos:

Das Werk stammt aus Bachs Weimarer Zeit, die von 1708 bis 1717 seine erste große Schaffensphase markierte. In Weimar beschäftigte er sich erstmals intensiv mit der Konzert-Gattung.Vor allem an der von Ludwig Compenius gebauten Orgel in der Schlosskirche setzte er all seine kühnen Ideen in die Praxis um.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 49

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

ein Werk, das ich sehr liebe und selber schon oft spielen und dirigieren durfte, ist das Konzert für Orgel, Streicher und Pauken g-Moll von Francis Poulenc.

„Es mag sein, dass nicht alle Musiker an Gott glauben; an Bach jedoch alle“, so lautet ein berühmt gewordenes Zitat des Komponisten Mauricio Kagel. Für Francis Poulenc trat der Glauben erst spät ins Leben. 1936 wandte sich der fast vierzigjährige französische Pianist und Komponist aufgrund schicksalhafter Erfahrungen dem katholischen Glauben zu; anschließend schuf er zahlreiche geistliche Werke und thematisierte christliche Themen auch in seinen Bühnenwerken, etwa der Oper „Dialogues des Carmélites“ (1957), die als eines der wichtigsten Musiktheater-Werke des 20. Jahrhunderts gilt.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 48

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
große Klassik erklang am 30. April 1994 in Helmstedt: An diesem Tag spielte das Orchester der Kreismusikschule Helmstedt Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 in der Aula des Juleum. Der Solist hat damals wie erwartet seine Sache ausgezeichnet gemacht, einer der Hornisten ist heute Mitglied der Staatskapelle Berlin, und für den damaligen Pauker hat es viele Jahre später immerhin zum Propsteikantor gereicht.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 47

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde der Kirchenmusik,
heute möchte ich Ihnen ein Werk vorstellen, das zu den ersten klassischen Musikstücken zählt, mit denen ich als Jugendlicher in Berührung gekommen bin: Die Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate.

Unter den Musikern des 19. Jahrhunderts war Pablo de Sarasate ein wahres Glückskind. Glaubt man seinen Biografen, gab es bei ihm kein Ringen mit dem Schicksal, keine demütigenden Buhrufe, keine finanziellen Schieflagen, keine Flaute der künstlerischen Inspiration. Vielmehr bildete sein ganzes Virtuosenleben eine Kette von Erfolgen. Die Zigeunerweisen op. 20 entstanden 1878 auf dem Gipfelpunkt seines Ruhms und werden bis heute gern in einem Atemzug mit dem Namen ihres Schöpfers genannt.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 46

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
nicht das Endergebnis, sondern der Weg zum Ziel steht heute im Mittelpunkt: Eine gelungene, mitreißende Aufführung eines Musikstücks entsteht nur, wenn zuvor ausführlich geprobt wurde. Ich lade Sie heute zu einer besonderen Orchesterprobe ein, zuvor aber das Endergebnis – es ist eines der bekanntesten Stücke aus Edvard Griegs „Peer-Gynt-Suiten“: „In der Halle des Bergkönigs“, hier gespielt vom Oslo Philharmonic unter der Leitung von Vasily Petrenko:

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 45

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
für Folge 39 hatte ich vor zwei Wochen Richard Strauß‘ sinfonische Dichtung „Aus Italien“ ausgewählt. Daran thematisch anknüpfend möchte ich Ihnen heute einen Komponisten vorstellen, der seine Wahlheimat Rom gleich in mehreren Werken in monumentale Klangbilder verwandelt hat. Gegen das Finale aus Ottorino Respighis „Pini di Roma“ (Die Pinien von Rom) ist Verdis berühmter Triumphmarsch aus der Oper „Aida“ beinahe ein läppisches Stück – zu sehen im folgenden Link mit Georges Prêtre und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart:

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 43

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
wenn ein Musiker heiratet, kann es schon einmal zu einem musikalischen Hochzeitsgeschenk kommen. Und wenn sich unter den Hochzeitsgästen auch noch ein Komponist befindet, haben noch Jahrhunderte später Millionen von Menschen Freude an diesem Geschenk – so geschehen anlässlich der Hochzeit des Violinvirtuosen Eugène Ysaye. Zu diesem Anlass schrieb César Franck 1886 seine einzige Violinsonate, Ysaye spielte sie fast prima vista („vom Blatt“) an seiner Hochzeitsfeier.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 42

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,im Januar kam es zu einer denkwürdigen Begegnung: Die Wiener Philharmoniker hatten einen der größten Filmmusik-Komponisten eingeladen, um ein Konzert mit seinen eigenen Werken zu dirigieren: John Williams, der die Musik zu Filmklassikern wie „Star Wars“, „E. T.“, „Der weiße Hai“ und „Indiana Jones“ schrieb.

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Musik ins schwierigen Zeiten-Folge 38

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

1978 besang der holländische Showmaster Rudi Carrell einen großen deutschen Dichter: „Goethe war gut“ – und ich möchte ergänzen, dass der französische Komponist Paul Dukas einen berühmten Goethe-Text wunderbar in Musik verwandeln konnte. 1897 entstand sein sinfonisches Scherzo „Der Zauberlehrling“, das ich Ihnen heute empfehlen möchte.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 37

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
von Antonin Dvoráks neun Sinfonien ist die letzte seine bekannteste geworden – die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ gehört zu den populärsten Werken der klassischen Orchesterliteratur. In der Anzahl der Aufführungen schlägt sie alle anderen Dvorák-Sinfonien um deutliche Längen. Doch was ist mit den anderen acht Sinfonien? Nr. 1 bis 6 hört man sehr selten – sehr schade, denn sie verdienen es, viel häufiger gespielt zu werden -, Nr. 7 hin und wieder und deutlich häufiger schon Nr. 8. Die achte Sinfonie möchte ich Ihnen heute vorstellen.

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