Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
ein Werk, das ich bereits oft mit vielen Kollegen gespielt habe, erwartet Sie in der heutigen Ausgabe: Die Sonate für Klavier zu vier Händen D-Dur KV 381 von Wolfgang Amadeus Mozart.
16 Jahre war Mozart alt, als er für sich und seine Schwester diese Sonate schrieb. Und sie ist ein kleines Meisterwerk. Der erste Satz ist geistreich auf das Wesentliche konzentriert. Haupt- und Seitenthema sind im ersten Teil des Satzes unmittelbar nebeneinander gerückt. Der dritte Teil, der ja traditionell den ersten wiederholt, wird aufs Schönste ausgeweitet. Der Mittelteil verstärkt mit neuen Motiven ein dramatisches Element, das in den ansonsten fröhlichen Eckteilen schon angedeutet ist.
Das Andante ist ähnlich aufgebaut wie das Allegro: ein achttaktiges Zwischenstück trennt die Eckteile mit ihren beiden Themen, die nun nicht fröhlich, sondern von ernster Ruhe sind. Ähnlich dem Allegro ist auch die Erweiterung des dritten Teils gegenüber dem ersten interessant. Der dritte Satz ist ein köstlicher Spaß, zu dem ein "dolce", das für das zweite Thema gefordert ist, nicht so recht zu passen scheint.
Der heutige Mitschnitt entstand am 1. Juli 2020 im Amsterdamer Concertgebouw - es war das erste Konzert, das coronabedingt nach 111 Tagen Pause dort wieder stattfand. Es musizieren Lucas und Arthur Jussen:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler
