Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
ein berühmtes Wiegenlied für Klavier erwartet Sie heute zu Beginn der neuen Kalenderwoche: Die Berceuse Des-Dur op. 57 von Frédéric Chopin.
Der Sommer 1844 war bereits der fünfte, den Frédéric Chopin in Nohant auf dem Landgut George Sands verbrachte. Die Zeit fern von Paris verschaffte dem Komponisten den nötigen kreativen Freiraum, der in jenem Jahr neben der h-moll-Sonate die kurze und delikate Berceuse hervorbrachte. Sie ist für ihre träumerischen, exquisiten Klangwirkungen bekannt - und dennoch zählt sie zu den am stärksten konstruierten Werken Chopins.
Erste Skizzen und Ideen existierten bereits 1843, 1845 wurde das Werk veröffentlicht und der jungen Elise Gavard gewidmet; ursprünglich wurde die Berceuse mit „Variantes“ betitelt.
Drei Pianisten stelle ich Ihnen heute mit diesem Klavierstück vor, zunächst Alexej Gorlatch in einem Mitschnitt aus dem Konzerthaus Berlin vom 31. Mai 2017:
Zum Vergleich eine TV-Aufzeichnung mit Pianisten-Legende Arturo Benedetti Michaelangeli:
Und zum Abschluss: Bertrand Chamayou, hier bei der Aufnahme zu seinem Album "Good Night!" - zugleich auch eine CD-Empfehlung von mir. Als frischer Vater begab sich Bertrand Chamayou auf die Suche nach aussagekräftigen Stücken zum Thema Nacht. Herausgekommen ist ein Album mit 16 Klavierwerken zwischen dem 19. und 21. Jahrhundert, von Grieg bis zu Bryce Dressners „Song for Octave“, einem Auftragswerk des Pianisten. Auf dieser CD ist selten Gespieltes wie Liszts „Wiegenlied“, Neues wie Lachenmanns „Wiegenmusik“ und Überraschendes wie Alkans „J’étais endormie“ vertreten. Auch Stücke von Martinů, Janáček oder Lyapunov zählen zu den Trouvaillen, die es nur selten auf ein thematisch fokussiertes Album schaffen. Aber auch Vertrautes wie Chopins „Berceuse“ ist dabei und hier zu sehen:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler
