Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
Musik zu einem schönen Anlass erwartet Sie heute: "Hochzeitstag in Troldhaugen" aus den Lyrischen Stücken op. 65 von Edvard Grieg.
Mit seinen insgesamt 66 Lyrischen Stücken schuf Edvard Grieg einen vielfältigen Schatz von Klavierminiaturen und Charakterstücken. Viele dieser Kompositionen sind zu Klassikern der Klaviermusik geworden, aber wohl keines so sehr wie "Hochzeitstag auf Troldhaugen". In diesem ausgelassenen Stück ruft Grieg die Erinnerung an ein rauschendes Fest wach, das anlässlich seiner Silbernen Hochzeit in Griegs Villa Troldhaugen stattfand und Hunderte von Gästen und Gratulanten anlockte.
Das Stück hieß ursprünglich "Ankunft der Gäste", wurde aber später im Andenken an die Silberne Hochzeit in "Hochzeitstag auf Troldhaugen" umbenannt. Das dreiteilige Werk beginnt fröhlich und festlich mit der Ankunft der Gäste. Das Fest verläuft in voller Freude. Der ruhige Mittelteil zeigt nicht nur die Ermüdung der Gäste, sondern auch, wie es oft bei Edvard Grieg der Fall ist, ein schönes Naturgemälde. Anschließend wird aber lustig weitergefeiert und eine kurze Coda beschreibt schließlich die Abreise der Gäste.
Mit seinen Lyrischen Stücken führte Edvard Grieg eine Art poetisches Klaviertagebuch: Zwischen 1867 und 1901 entstanden insgesamt 66 kurze Charakterstücke, die in insgesamt zehn Heften erschienen. Stücke wie „Hochzeitstag auf Troldhaugen“, „Zug der Zwerge“ oder „An den Frühling“ zählen zu den bekanntesten Werken Griegs überhaupt. Neben diesen recht virtuosen Stücken finden sich jedoch auch zahlreiche einfachere Tänze und Melodien, die von Klavierschülern schon recht früh bewältigt und mit Erfolg vorgetragen werden können.
Unser heutiger Interpret ist Nikolai Lugansky, der dieses Stück 2015 als Zugabe in einem Konzert in der Moskauer Tchaikovsky Concert Hall spielte:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler
