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14.01.2026 Kategorie: Musik in schwierigen Zeiten

Musik in schwierigen Zeiten - 878

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

heute erwartet Sie eine musikalische Hommage an das Kino: Die Musik zu dem Film "Cinema paradiso" von Ennio Morricone.

Kaum ein Film hat weltweit das Publikum dermaßen berührt und verzaubert wie "Cinema Paradiso" aus dem Jahr 1988 von Regisseur Giuseppe Tornatore. Tornatore erhielt für dieses Meisterwerk den Europäischen Filmpreis und an den Filmfestspielen in Cannes den „Grand Prize of the Jury“. Zudem wurde "Cinema Paradiso" im Jahr 1990 mit dem Oscar als „Bester fremdsprachiger Film“ geehrt. 

"Cinema Paradiso" erzählt nicht nur von der tiefen Freundschaft zwischen Salvatore - als kleiner Junge schlicht Toto genannt - und dessen väterlichen Freund Alfredo, sondern ist auch eine bildschöne Hommage an das Kino geworden. Als der international gefeierte Regisseur Salvatore erfährt, dass Alfredo verstorben ist, reist er von Rom nach Giancaldo, einem verträumten sizilianischen Fischerdorf. Dort wuchs er auf und verbrachte unzählige Stunden zusammen mit dem Filmvorführer Alfredo im örtlichen „Cinema Paradiso“. Über die Jahre entstand eine innige Freundschaft zwischen den beiden. Zudem verliebte sich Toto unsterblich in Elena, doch die zwei verloren sich aus den Augen. Nun ist Salvatore zurück und er trifft nicht nur wieder auf die inzwischen Mutter gewordene Elena, sondern muss auch erfahren, dass das „Nuovo Cinema Paradiso“ abgerissen werden soll.

Mit seinem Film lässt Giuseppe Tornatore in poetischen, einfühlsamen Bildern den Zuschauer an den Geschichten rund um Alfredo, Toto und Elena, das „Cinema Paradiso“ und das Kino während den 1940er bis 1980er Jahren teilhaben. Ennio Morricone schrieb hierfür zusammen mit seinem Sohn Andrea Morricone eine traumhafte Filmmusik mit lyrischen Themen, die zu Tränen rühren.

Als Ennio Morricone das Angebot bekam, die Musik zu Giuseppe Tornatores Film zu komponieren, lehnte er zunächst ab. Der Produzent bat ihn, erst einmal das Drehbuch zu lesen. Danach rief der Komponist beim Regisseur an: „Können wir reden?“ Und schrieb eine seiner schönsten Scores. Der Film ist eine einzige Liebeserklärung an das Kino - und Morricones Musik kongenial eine Hymne darauf. Über 30 Jahre später revanchierte sich Tornatore. Und drehte, kurz vor dessen Tod, einen einzigartigen Dokumentarfilm über einen den größten Komponisten der Filmgeschichte: „Ennio Morricone - Der Maestro“. Im Original heißt er knapper und intimer: „Ennio“ - eine einzige Hymne auf Morricone.

Das Hauptthema aus "Cinema paradiso" ist in unzähligen Bearbeitungen und verschiedenen Besetzungen aufgeführt worden; drei Fassungen stelle ich Ihnen hier vor, zunächst Renaud Capuçon mit dem Brussels Philharmonic unter der Leitung von Stéphane Denève:

www.youtube.com/watch

Hier ein ungewöhnliches Duo mit dem Trompeter Chris Botti und dem Cellisten Yo-Yo Ma:

www.youtube.com/watch

Und schließlich: Ennio Morricone selbst am Pult mit der Roma Sinfonietta, aufgezeichnet am 10. September 2007 auf dem Markusplatz in Venedig:

www.youtube.com/watch

Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig

Matthias Wengler

Beitrag von sd