Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
heute erwartet Sie Musik von Wolfgang Amadeus Mozart: Das Violinkonzert Nr. 4 D-Dur KV 218.
Mozart schrieb sein viertes Violinkonzert 1775, also als noch junger Mann. Der jugendliche Übermut ist in dem Werk für Streicher, Oboen und Hörner unverkennbar - doch zugleich erweist Mozart sich hier als kluger Gestalter des musikalischen Geschehens. Die Tonart D-Dur, meist als "festlich" verstanden, gibt den Ton vor: Elegant geht es im ersten Satz zu, nach einer Orchestereinleitung setzt die Solovioline energisch in hoher Lage ein. Die Themen-Einfälle lassen aufhorchen, der Rhythmus treibt voran, und zugleich findet der Solist hier ausgiebig Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Prächtig ist der zweite Satz; langsam, wie es sich für den Mittelsatz eines Konzertes gehört. Im Rondo entdecken wir dann bekanntes Material wieder; das etwa 22-minütige Konzert schließt mit zarten Schlussakkorden.
Unbestreitbar ist, dass Mozarts fünf Violinkonzerte einerseits eine genaue Kenntnis älterer Vorbilder (etwa von Tartini, Locatelli, Nardini oder Borghi) erkennen lassen; andererseits sprechen sie eine neuartige Sprache. Jedes von ihnen gibt sich als Mitglied derselben Familie zu erkennen und beweist zugleich einen höchst selbständigen, individuellen Charakter.
Zwei Konzertmitschnitte stelle ich Ihnen heute zur Auswahl, zunächst Christian Tetzlaff mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi, aufgezeichnet 2018 in der Bremer Glocke:
Zum Vergleich noch ein Klassiker aus dem Archiv - Pinchas Zukerman mit dem English Chamber Orchestra, aufgezeichnet 1973 im Herkulessaal der Münchner Residenz:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler
