Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
Klaviermusik zu vier Händen, die ich demnächst auch selbst spielen werde, erwartet Sie in der heutigen Ausgabe: Summer Dreams op. 47 von Amy Beach.
Als virtuose Pianistin und Mitglied der Zweiten Neuengland-Schule - neben Komponisten wie George Whitefield Chadwick, Edward MacDowell und anderen - nimmt die amerikanische Komponistin Amy Beach einen einzigartigen Platz in der Musikgeschichte ein. In einer Zeit, in der von Komponisten erwartet wurde, weiß, männlich und europäisch ausgebildet zu sein, hoben sich Beachs Produktivität, ihr Ehrgeiz, ihr Selbstbewusstsein und ihr geschickter Umgang mit groß angelegten Werken deutlich von anderen ab und ermöglichten ihr, ihren eigenen Weg zum beruflichen Erfolg zu beschreiten.
Ihr Leben lang fühlte sich Beach von der Natur als Inspirationsquelle angezogen. Die Natur als Inspirationsquelle zu nutzen, war für Komponistinnen, Künstlerinnen und Autorinnen jener Zeit üblich, die oft im privaten Rahmen ihrer Häuser und Gärten arbeiteten. Beachs Naturbilder wurden durch ein besonderes Merkmal ihrer musikalischen Persönlichkeit verstärkt: ihre Synästhesie. Schon als junges Mädchen nahm Beach bestimmte Tonarten als verschiedene Farben wahr.
„Summer Dreams" ist eine Suite aus sechs Stücken für Klavierduo, deren Sätze jeweils mit poetischen Zitaten beginnen: Musik und Literatur waren in den Köpfen vieler romantischer Komponisten eng miteinander verbunden. Hier die einzelnen Sätze:
I. The Brownies
II. Robin Redbreast
III. Twilight
IV. Katy-dids
V. Elfin Tarantelle
VI. Goodnight
Die Suite beginnt mit „Die Kobolde“, einem Tanz von Elfen, dem ein Zitat aus Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ vorangestellt ist. Weiter geht es mit dem Bild eines Rotkehlchens (komponiert in Beachs „roter“ Tonart G-Dur und mit direkten Transkriptionen von Vogelstimmen); einem Satz mit dem Titel „Dämmerung“, dem ein Gedicht von Beach selbst vorangestellt ist; „Katy-Dids“ mit einem Zitat von Walt Whitman; und einer „Elfentarantelle“, die wiederum von Shakespeare inspiriert ist. Die Suite schließt mit einem „Gute Nacht“, begleitet von Zeilen der kanadisch-amerikanischen Dichterin Agnes Lockhart Hughes.
Im folgenden Link musizieren Benjamin Hochman und Henry Kramer, der Mitschnitt entstand am 12. August 2023 im Rahmen des Portland Chamber Music Festivals in der Hannaford Hall in Portland:
Mehr Klaviermusik zu vier Händen von Komponistinnen können Sie in unserem nächsten Konzert in der Stadtkirche Königslutter erleben:
Sonnabend, 14. März 2026, 18:00 Uhr, Stadtkirche, Königslutter
Komponistinnen und Komponisten - Klaviermusik zu zwei und vier Händen
Werke von Amy Beach, Mel Bonis, Cécile Chaminade, Fanny Hensel, Luise Adolpha Le Beau,
Ludwig van Beethoven und Franz Schubert
Matthias Laidler und Matthias Wengler, Klavier
Eintritt: 20 €, 50% ermäßigt für Schüler/Studenten;
Vorverkauf: Buchhandlung Kolbe – Sarinas Bücher- und Spieleparadies / www.coramclassic.de; Restkarten an der Abendkasse ab 17:30 Uhr
Ihnen allen ein schönes Wochenende mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler
