Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
unser heutiges Musikstück war bereits in dieser Reihe vertreten. Aus den 10 Preludes op. 23 von Sergej Rachmaninow greife ich heute noch einmal ein Stück heraus: Das Prélude g-Moll op. 23 Nr. 5.
Die 10 Préludes op. 23 entstanden zwischen 1901 und 1903. Rachmaninow hatte sich dank der intensiven Methoden von Nikolai Zverev und später unter der Anleitung des Liszt-Schülers Alexander Siloti, Rachmaninows Cousin, die beste Klaviertechnik seiner Zeit angeeignet. Und trotz einer gewissen Abneigung gegen seine Hausaufgaben schien er sich durch den Unterricht bei Sergei Tanejew ebenso solide Fertigkeiten im Komponieren angeeignet zu haben. Rachmaninow konnte daher Texturen von ungeheurer Großartigkeit und Opulenz anfertigen, ohne dabei auf oberflächliche Sensationsmacherei zurückzufallen.
Sein fünftes Prélude g-Moll ist das bekannteste Stück dieses Zyklus geworden. Es ist dreiteilig und erinnert an einen wilden Marsch, dessen schlichtes Hauptthema nach einigen Wiederholungen von einem innigen, wehmütigen Mittelteil abgelöst wird, der sich dramatisch aufbäumt, bis das trotzige Marschmotiv wiederkehrt.
Hier ein Konzertmitschnitt mit Yuja Wang im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie vom 1. Juni 2018:
Zum Vergleich noch eine Transkription für Orgel von Gottfried Harrison Federlein, die mir bisher noch nicht bekannt war - Nathan Laube musiziert an der Hauptwerk-Hausorgel von Jörg Glebe in Bochum-Wattenscheid, der Mitschnitt entstand im Rahmen eines Konzertes am 20. August 2016:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler
