Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik ins schwierigen Zeiten-Folge 38

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

1978 besang der holländische Showmaster Rudi Carrell einen großen deutschen Dichter: „Goethe war gut“ – und ich möchte ergänzen, dass der französische Komponist Paul Dukas einen berühmten Goethe-Text wunderbar in Musik verwandeln konnte. 1897 entstand sein sinfonisches Scherzo „Der Zauberlehrling“, das ich Ihnen heute empfehlen möchte.

In Goethes gleichnamiger Ballade wird von einem Zauberlehrling erzählt, der von seinem Meister die Aufgabe erhält, einen Wasserzuber für ein Bad zu füllen. Hierbei versucht der Zauberlehrling seine Zauberkunst – unerlaubt und in Abwesenheit seines Meisters. Dabei verzaubert er einen Besen, der ihm als Wasserträger dienen und genügend Wasser für das Bad herbeischaffen soll. Das Vergessen des Zauberspruchs führt dazu, dass der fleißig arbeitende Besen immer mehr Wasser bringt und der Zauberlehrling die Wassermassen nicht mehr aufhalten kann. Der Versuch den Besen mit einem Axthieb zu stoppen misslingt. Erst der zurückkehrende Meister beendet das Drama.

Beinahe wörtlich erzählt Paul Dukas Goethes Ballade Takt für Takt in seinem virtuosen Stück für Orchester nach; oftmals wird der Glockenspiel-Part als Probespielstelle für Schlagzeuger verlangt. Im folgenden Link sehen Sie das Stück mit dem hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Lionel Bringuier:

Aber das Werk hat noch einen dritten Meister – Walt Disney: Sein dritter abendfüllenden Zeichentrickfilm „Fantasia“ (1940) bestand ausschließlich aus klassischen Musikstücken, darunter u. a. auch Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ und Beethovens Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“. In „Fantasia“ übernimmt  Micky Maus die Rolle des Zauberlehrlings. Die charakteristische rote Robe und der blaue Zaubererhut entwickelten sich zu einem Markenzeichen für Micky Maus:
Im Anschluss an die Aufführung gratuliert Micky Maus dem Dirigenten der Aufführung – Leopold Stokowski, der den Soundtrack mit dem Philadelphia Orchestra lieferte und in diesem Film auch seine berühmt-berüchtigte Bearbeitung von Bachs berühmtesten Orgelwerk präsentierte: Toccata, Adagio und Fuge d-moll BWV 565 – aber das ist eine andere Geschichte…
Herzliche Grüße aus Braunschweig
Matthias Wengler

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