Musik in schwierigen Zeiten-Folge 120

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
zwischen dem ersten und zweiten Lockdown war nur selten Gelegenheit für mich, wieder einmal ein Konzert zu besuchen. Die wenigen Male habe ich sehr genossen – und dabei schon eine deutliche Veränderung wahrgenommen: Das Publikum war viel aufmerksamer und stiller als vor dem Lockdown. Alles, was sich sonst zwischen den Stücken oder Sätzen einer Sinfonie im Saal abspielte, fehlte völlig: Husten, Bonbonrascheln, Unterhaltungen mit dem Nachbarn etc. – manchmal konnten einige Besucher auch während der Musik nicht darauf verzichten.
Sofort muss ich an ein Stück denken, das diese Situation einmal wunderbar persifliert hat: „Ases Tod“ aus Edvard Griegs Schauspielmusik zu „Peer Gynt“: Unter der Stabführung von Loriot wurde das Stück anlässlich des 100. Geburtstags der Berliner Philharmoniker 1982 neu einstudiert. Unter Einbeziehung zahlreicher Solisten gelang es mühelos, konzertimmanente Geräuschsymptome zur Bereicherung des Werks zu integrieren. Das Werk erhielt allerdings einen neuen Titel: Ases Not. Sehen Sie hier das Ergebnis:
Bereits in Folge 46 habe ich Ihnen Edvard Griegs Schauspielmusik zu Henrik Ibsens „Peer Gynt“ ausführlicher vorgestellt. Wer aber hier noch einmal die erste Peer-Gynt-Suite komplett erleben möchte, hat hierzu im folgenden Konzertmitschnitt Gelegenheit: Im Januar 2016 dirigierte der damals 88-jährige(!) Herbert Blomstedt das NDR Elbphilharmonie Orchester in der Hamburger Laeiszhalle. Und auch mit seinen mittlerweile 93 Jahren sieht man ihm sein Alter nicht an, noch immer begeistern seine Interpretationen Musiker und Zuschauer gleichermaßen:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler