Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 83

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
vor wenigen Tagen, am 26. September, wäre der Tenor Fritz Wunderlich 90 Jahre alt geworden. Wenige Tage vor seinem 36. Geburtstag verstarb der Sänger, seine stimmliche Meisterschaft und Größe aber überdauern bis heute. Bis heute gilt er als der wohl größte lyrische Tenor des 20. Jahrhunderts, der in seinen Interpretationen mit unmittelbarer Intensität und Wendigkeit sowie exzellenter Artikulation und betörend warmem Grundton in den Bann zog. Am 17. September 1966 verstarb Fritz Wunderlich auf dem Höhepunkt seiner Karriere an den Folgen eines Treppensturzes.

Friedrich Karl Otto Wunderlich kam am 26. September 1930 in Kusel auf die Welt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh erlernte Wunderlich verschiedene Musikinstrumente und spielte Unterhaltungsmusik in verschiedenen Gruppen. Später wandte er sich dem Gesang zu und studierte an der Musikhochschule in Freiburg. Als er, mittlerweile an der Württembergischen Staatsoper in Stuttgart engagiert, als Tamino für einen erkrankten Kollegen einsprang, wurde er über Nacht zum Star. Ab 1960 war Wunderlich festes Ensemblemitglied an der Bayerischen Staatsoper München, ab 1963 bis zu seinem Tod gehörte er dem Ensemble der Wiener Staatsoper an. Zudem war er regelmäßiger Gast der Salzburger Festspiele und trat unter anderem in Berlin, Aix-en-Provence, Venedig, Buenos Aires, London, Edinburgh und Mailand auf. Dabei begeisterte er allerorts mit seiner strahlend klaren und über zwei Oktaven reichenden Stimme, die bei aller Kunstfertigkeit nie ihre berührende Natürlichkeit verlor.

Drei Dokumente habe ich heute für Sie ausgewählt: Zunächst die „Bildnis“-Arie des Prinzen Tamino aus Mozarts „Zauberflöte“, hier in einer Aufnahme mit Klavierbegleitung aus Salzburg aus dem Jahr 1965:

 

Nr. 2: Ein Ausschnitt aus einer Aufführung der Bayerischen Staatsoper von Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ aus dem Jahr 1959 (damals noch in deutscher Sprache gesungen) mit einer legendären Besetzung: Neben Fritz Wunderlich sind hier auch Hermann Prey, mit dem Wunderlich eng befreundet war und Erika Köth zu erleben. Es dirigiert Joseph Keilberth:
https://www.youtube.com/watch?v=c8oSc-2PPc4

Und nicht zuletzt Nr. 3: Ein Ausschnitt aus einer Aufführung von Tschaikowksys „Eugen Onegin“ (auch hier in deutscher Sprache gesungen) mit der Arie des Lenski „Wohin bist du entschwunden“, ebenfalls aus der Bayerischen Staatsoper aus dem Jahr 1962; es dirigiert auch hier Joseph Keilberth:
https://www.youtube.com/watch?v=vsn-sJ8jPis

Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

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