Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 76

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde der Kirchenmusik,
ohne Zweifel gehört Robert Schumanns Klavierkonzert a?moll zu den bedeutendsten Klavierkonzerten der Romantik. Die Idee und erste Skizzen zu diesem Werk
stammen aus dem Jahr 1833. In einem Brief an seinem späteren Schwiegervater Friedrich Wieck schreibt er: „Ich denke mir das Klavierkonzert müsse aus C?Dur oder a?Moll gehen“. 1841 entstand schließlich die einsätzige „Phantasie für Klavier und Orchester a-moll“, die jedoch bei keinem Verleger Anklang fand.
Erst vier Jahre später, 1845, wurde die „Phantasie“ von Robert Schumann zum heute bekannten dreisätzigen Klavierkonzert op. 54 umgearbeitet. Die Uraufführung fand am 4. Dezember 1845 mit Clara Schumann als Solistin statt. Geleitet wurde die Premiere von Ferdinand Hiller im Rahmen eines Subskriptionskonzerts im Dresdener Hôtel de Saxe. Schon am Neujahrstag 1846 wurde das Klavierkonzert im Leipziger Gewandhaus ein zweites Mal aufgeführt.

Sehr gerne empfehle ich Ihnen heute drei Aufführungen dieses großartigen Werkes, bei der ersten konnte ich sogar live dabei sein:

Freitag, 2. Juni 2006, das Pfingstwochenende in Leipzig – was ich bis zu diesem Tag nicht wusste: Jedes Jahr findet an diesem Wochenende das Wave-Gotik-Treffen statt. Die Innenstadt wimmelt von schwarz gekleideten Menschen und bleich geschminkten Gesichtern… – mit diesen leicht morbiden Eindrücken ging ich in das Gewandhaus: Martha Argerich hatte sich als Solistin mit diesem Konzert beim Gewandhausorchester Leipzig angesagt. Fernsehkameras waren im Großen Saal platziert, das Konzert wurde aufgezeichnet, und nach dem sehr gelungenen Klavierkonzert wurde Martha Argerich vom Dirigenten Riccardo Chailly noch zu einer Zugabe überredet („Von fremden Ländern und Menschen“ aus den Kinderszenen op. 15):
Zu meinen Favoriten für das Schumann-Klavierkonzert zählt unbedingt auch Hélène Grimaud, die mit diesem Werk 2012 gemeinsam mit Thomas Hengelbrock und dem NDR-Sinfonieorchester das Schleswig-Holstein-Musikfestival in der Musik- und Kongresshalle Lübeck eröffneten:
Meine letzte Empfehlung für heute: Seit vielen Jahren beobachte ich mit großem Interesse die Karriere des jungen Berliner Pianisten Martin Helmchen, der mich auch als Kammermusiker und Liedbegleiter immer wieder begeistert. Mit seinen 38 Jahren gehört er im Verhältnis zum Dirigenten der folgenden Aufführung in der Frankfurter Alten Oper längst zu den alten Hasen: Klaus Mäkelä ist gerade einmal 24 Jahre alt und erobert seit einigen Jahren die Konzertpodien der Welt – ich bin sicher, dass man von ihm noch sehr viel hören wird:
Ihnen allen ein schönes Wochenende mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

 

 

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