Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 68

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
bei vielen Komponisten wird man wohl nie fertig werden, das Gesamtwerk zu entdecken, speziell in der Barockzeit gibt so viele Werke, die teilweise über Jahrhunderte in Archiven und Bibliotheken vor der Öffentlichkeit verborgen blieben. Und immer wieder gibt es Musikwissenschaftler und Sängerpersönlichkeiten wie Cecilia Bartoli oder Philippe Jaroussky, die so manches Musikjuwel wiederentdeckten und in Konzerten oder Aufnahmen präsentierten.

Ein solches Juwel ist auch das Opernfragment „Il Tigrane“, an dem drei Komponisten beteiligt waren: von Benedetto Micheli stammt der erste, von Antonio Vivaldi der zweite und von Nicola Romaldi der dritte Akt. Der erste und dritte Akt gingen verloren, einzig Vivaldis Komposition ist erhalten geblieben. Es ist bester Vivaldi, den man da zu hören bekommt.

Das Libretto von Vivaldis Priester-Kollegen Francesco Silvani greift ein Sujet auf, das aus Plutarchs Lebensbeschreibungen stammt und die Liebe des armenischen Königs Tigranes zu Cleopatra, der Tochter des pontinischen Königs Mithridate, zum Inhalt hat. Bei der Uraufführung 1724 wurden sämtliche Vokalpartien von Kastraten gesungen, heute sind es die Countertenöre, die sich mit Begeisterung auf diese Rollen stürzen.

In den vergangenen Jahren ist der polnische Sänger Jakub Józef Orli?ski zur Spitze der Countertenöre aufgestiegen – hier ist er gemeinsam mit der Cappella di Ospedale della Pietà mit der Arie „Fara la mia Spada“ aus Vivaldis „Il Tigrane“ zu erleben:
Wenn Sie einmal ein Konzert des Ensembles „L’Arpeggiata“ mit seiner Leiterin Christina Pluhar besucht haben, wissen Sie, dass Barockmusik, Improvisation und ausgelassene Musizierfreude unbedingt dazu gehören. Christina Pluhar lädt zu ihren Konzertprogrammen immer großartige Sänger wie Céline Scheen und Philippe Jaroussky ein – ein unvergesslicher Abend beim Musikfest Bremen mit dem Programm „Handel goes wild“ ist mir noch in sehr guter Erinnerung.
Dass der offensichtlich ahnungslose Kameramann im folgenden Mitschnitt für einen Moment nicht mehr hinterherkommt, sei dahingestellt – in jedem Fall ist Jakub Józef Orli?ski wohl zur Zeit der einzige Sänger, der den Spagat zwischen Opernbühne und Breakdance mühelos meistert. Staunen Sie selbst über die folgende Zugabe, aufgenommen 2016 in Utrecht:
Ihnen allen einen schwungvollen Start in den Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

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