Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 65

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
unter den zahlreichen Opern von Wolfgang Amadeus Mozart zählt „Die Hochzeit des Figaro“ zu den wichtigsten Werken des Salzburger Komponisten. Sie wirbelt die Beteiligten durch einen Sturm von Ereignissen: Figaro, Kammerdiener des Grafen Almaviva, möchte seine geliebte Susanna, Zofe der Gräfin, heiraten, ohne dass der Schürzenjäger Graf Almaviva sie zuvor verführen kann.
Reich an subversivem Esprit, durch den sich die Dienstboten im Klassenkampf gegen ihre Herrschaft erfolgreich behaupten können, gelingt Mozart und seinem Librettisten Lorenzo da Ponte eine perfekte Gratwanderung zwischen Tragödie und Komödie – dies alles ist bereits auch in der Ouvertüre hörbar, die zu den meistgespielten Konzertzugaben zählt – hier zu erleben in einem Konzertmitschnitt von 1994 aus der New Yorker Carnegie Hall mit der Academy of St.-Martin-In-The-Fields, die mit ihrem langjährigen Leiter Sir Neville Marriner über viele Jahre Maßstäbe in der Mozart-Interpretation gesetzt haben:

Der eigentliche Anlass für diesen Newsletter ist heute jedoch der Zeitfaktor: Mit Pause dauert „Die Hochzeit des Figaro“ gut drei bis dreieinhalb Stunden, die Ouvertüre knapp fünf Minuten. Ich möchte Ihnen heute die kürzeste Mozart-Oper aller Zeiten vorstellen – mit Ouvertüre dauert sie gerade einmal zehn Minuten. „Entdecker“ des Werks ist Victor Borge, der ein Meister im Kombinieren von Humor und klassischer Musik war. Mit seinem musikalische Können, seiner Mimik und Gestik und seinem schlagfertigem Witz hatte er weltweit eine große Fangemeinde.

Kurz vor Weihnachten 2000 verstarb der dänisch-amerikanische Pianist und Komiker im Alter von 91 Jahren in Connecticut. Er begann seine Karriere als klassischer Pianist in Kopenhagen sowie Berlin und Wien. Schon als 14-jähriger brachte er bei einem Rachmaninoff-Konzert durch seine „Einlagen“ fast das Orchester aus dem Takt. Sein komisches Talent baute er bald fest in seine Auftritte ein und wurde damit ab den 30er Jahren zu einem der berühmtesten Künstler Dänemarks („Der bekannteste Däne seit Hamlet“).

1940 musste der Sohn einer jüdischen Familie vor den Nationalsozialisten nach Amerika flüchten, wo er zuerst in Bing Crosbys Radioshow auftrat. Ab 1948 hatte er seine eigene Bühnenshow „Comedy in Music“ am Golden Theatre in New York. In unzähligen Fernsehshows trat er über Jahrzehnte weltweit auf und begeisterte auch in Deutschland das Publikum. Für mich ist er das unerreichte Vorbild für Humor am Klavier; vielleicht haben Sie genauso viel Spaß wie ich an dieser besonderen Mozart-Oper:

Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

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