Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 63

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
egal, ob am See oder mitten in den Bergen: die Sommer verbrachte Johannes Brahms am liebsten auf dem Land. Stundenlang ging er spazieren und schaffte, fernab alltäglicher Pflichten, Platz für neue Ideen. 1886 zog es ihn nach Thun, einer kleinen Stadt in der Schweiz. Umgeben von Wiesen und Bergen und mit Blick auf den Thuner See entstanden viele neue Ideen, auch die zu seiner dritten und letzten Sonate für Violine und Klavier. Weit weg von Wien schien Brahms hier nicht nur Kraft zu sammeln, sondern auch eine seiner kreativsten Wochen des Jahres zu verbringen. Denn neben den ersten Takten zu seiner letzten Violinsonate entstanden auch zahlreiche andere Werke, die er z.T. erst Jahre später vollendete. Auch bis zur Veröffentlichung seiner Violinsonate d-Moll vergingen zwei Jahre.

Die Uraufführung fand am 21. Dezember 1888 in Budapest statt. Brahms selbst übernahm darin den Part des Pianisten, Violinist war Jenö Hubay, einer der führenden Geiger im ungarischen Musikleben und Schüler des Brahms-Freundes Joseph Joachim.
Als der berühmte Dirigent Hans von Bülow Brahms Sonate zum ersten Mal hörte, war er begeistert. Brahms hatte sie ihm gewidmet, als Dank für dessen jahrelanges Engagement. Immer wieder hatte er sich für die Verbreitung von Brahms Musik eingesetzt.
Für diese Sonate wird ein Pianist benötigt, der „mit allen Wassern gewaschen ist“. Und genauso erfordert sie einen Geiger mit großem Ausdrucksvermögen. Beides ist im heutigen Link gegeben. Im Rahmen des Virtual Verbier Festivals musizierten Joshua Bell (Violine) und Daniil Trifonov (Klavier) vor wenigen Wochen dieses Werk miteinander – und es ist sicherlich nicht nur den aktuellen Temperaturen, sondern vor allem dem Werk geschuldet, dass man dabei gehörig ins Schwitzen kommt….
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

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