Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 61

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

viele Musikfestivals sind in diesem Jahr abgesagt worden – die traditionsreichen Salzburger Festspiele finden aber statt, wenn auch mit deutlich weniger Programmpunkten als geplant. 2020 ist das große Jubiläumsjahr, vor 100 Jahren fanden sie erstmals statt, initiiert von Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss. Zu den Konzerthöhepunkten des letzten Jahres zählte ohne Zweifel das Konzert des West Eastern Divan Orchestras unter der Leitung von Daniel Barenboim, Solistin war Martha Argerich. Auf dem Programm stand eines ihrer Paradewerke: Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23.


Fast so berühmt wie der legendäre Anfang des Konzerts ist die Entstehungsgeschichte des Werkes. Tschaikowsky quälte sich damit herum und als er den 1. Satz voller Stolz seinem Freund Nikolaj Rubinstein vorlegte, schlug dieser nur die Hände über dem Kopf zusammen. „Unspielbar“ und einige beleidigende Worte waren der vernichtende Kommentar des berühmten Pianisten Rubinstein. Das Werk musste erst in die USA emigrieren, bis es dort 1875 in Boston mit Hans von Bülow als Solisten uraufgeführt wurde. Publikum und Kritiker waren hingerissen – und sind es bis heute. Es ist ein überaus populäres Werk, das keines Programms bedarf. Keine Assoziationen zur (zu) oft herangezogenen Homosexualität des Komponisten, keine Erklärungen, was sich Tschaikowsky gedacht haben könnte, sind vonnöten. Diese Musik ist ein reines Fest der Klänge – und dennoch stets die Form wahrt.

Hier also das angekündigte Konzert vom August 2019 aus dem Großen Festspielhaus in Salzburg – und es lohnt sich sehr, auch noch die enthaltene Zugabe anzuschauen: Franz Schuberts Rondo A-Dur D 951 mit Martha Argerich und Daniel Barenboim als Klavierduo:

https://www.youtube.com/watch?v=8sdsxOYDXAs

Zwei Interpretationen von Tschaikowskys erstem Klavierkonzert empfehle ich hier gleich noch mit: Eines der letzten Konzerte, das Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern dirigierte, war das Silvesterkonzert 1988. Als Solisten stellte er den damals 17-jährigen russischen Pianisten Yevgeny Kissin vor. Dieses Konzert bedeutete den internationalen Durchbruch für Kissin, er zählt heute zu Recht zu den großen Pianisten unserer Zeit.

Und auch für Lang Lang spielte dieses Konzert zu Beginn seiner Karriere eine große Rolle. Weltweit hat er es bis heute mit zahlreichen namhaften Orchestern und Dirigenten aufgeführt, u. a. auch mit dem Orchestre de Paris unter Leitung von Paavo Järvi im Januar 2015 – es war zugleich das Eröffnungskonzert der Pariser Philharmonie:
Ihnen allen ein schönes Wochenende mit herzlichen Grüßen aus dem Urlaub
Matthias Wengler

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