Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten – Folge 55

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,

drei prominente Musiker, die gemeinsam von Zeit zu Zeit auch ein weltweit begehrtes Klaviertrio bilden, stehen im Mittelpunkt des heutigen Newsletters: Martha Argerich, Gidon Kremer und Mischa Maisky. 1998 fanden sich die drei wieder einmal in Japan zusammen – und im Konzertsaal war nicht nur ein begeistertes Publikum anwesend, sondern auch die Aufnahmemikros der Deutschen Grammophon. Das Konzert bestand aus Dmitri Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67 und Peter Tschaikowskys Klaviertrio a-Moll op.50.

Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Konzertmitschnitt auf CD schon gehört habe – beide Stücke gehören zu den herausragenden Werken der russischen Kammermusik-Literatur. Ich beschränke mich heute auf das Tschaikowsky-Klaviertrio, das zu einem seiner Hauptwerke wurde – ausgedehnt, intensiv, rätselhaft, ein Requiem ohne Worte. Es entstand „in Erinnerung an einen großen Künstler“ – gemeint war der Pianist, Komponist und Dirigent Nikolai Rubinstein, Gründer des Moskauer Konservatoriums, an das er seinen engen Freund Tschaikowsky berufen hatte.

Das Klaviertrio op. 50 entstand als Reaktion auf den plötzlichen Tod Rubinsteins und hatte immense Reichweite und Auswirkungen für das Genre. Es besteht nur aus zwei Sätzen, die in ihrer sinfonisch anmutenden Ausdehnung zusammen ein 45-minütiges Werk bilden. Der erste Satz folgt der Sonatenform, der zweite besteht aus einem Thema mit Variationen. Der Charakter reicht von heroischer, eleganter und charmanter Stimmung über elegische Klänge bis hin zu dunkelster Schwermut.

Bei meinen Recherchen für die heutige Ausgabe habe ich entdeckt, dass im erwähnten Konzert nicht nur Aufnahmemikros, sondern auch Fernsehkameras in Japan anwesend waren. Dank youtube können Sie den Mitschnitt aus der Tokios Triphony Hall nun auch zuhause miterleben. Es lohnt sich, nach diesem gewichtigen, schwermütigen Werk auch noch die augenzwinkernde Zugabe „Tango pathétique“ von Peter Kiesewetter zu genießen – alles finden Sie im folgenden Link:

https://www.youtube.com/watch?v=G9x9Ax_nCng

Ihnen allen ein schönes Wochenende mit herzlichen Grüßen aus dem Urlaub

Matthias Wengler

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