Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 48

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
große Klassik erklang am 30. April 1994 in Helmstedt: An diesem Tag spielte das Orchester der Kreismusikschule Helmstedt Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 in der Aula des Juleum. Der Solist hat damals wie erwartet seine Sache ausgezeichnet gemacht, einer der Hornisten ist heute Mitglied der Staatskapelle Berlin, und für den damaligen Pauker hat es viele Jahre später immerhin zum Propsteikantor gereicht.

Das 1. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven ist eigentlich gar nicht sein erstes. Es entstand, als das zweite schon fertig war. Fünf Jahre lang, von März 1795 bis April 1800 feilte Beethoven am Werk, bis er schließlich zufrieden war. Weil es als Opus 15 früher veröffentlicht wurde als das zweite Klavierkonzert, gilt es heute offiziell als das erste seiner fünf Werke dieser Gattung.

 

Der dritte Satz von Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 ist geprägt von einer frech-rasanten Tanzmelodie. Der Komponist reizt hier alle Mittel aus, um das Wechselspiel zwischen Orchester und Solist voranzutreiben und zu verdichten. Aus einer mitreißenden Aufführung, bei der es den Solisten kaum noch auf dem Klavierhocker hält,
können Sie diesen Satz hier erleben – es spielt (und dirigiert) Leonard Bernstein mit den Wiener Philharmonikern:
https://www.youtube.com/watch?v=bjH7q1fjELE

Die einzelnen Sätze von Beethovens Klavierkonzert bilden untereinander starke Kontraste. So folgt dem feurig-heroischen Eröffnungssatz „Allegro con brio“ als zweiter Satz ein extrem lyrisch-zartes Largo, das sich weitestgehend zwischen piano und pianissimo bewegt. Der letzte Satz rundet gewissermaßen die beiden vorangehenden als effektvoller Rausschmeißer ab. Nach heroischem Anfang und verinnerlichtem Zwischenspiel bittet er quasi noch aufs Tanzparkett.

Beethoven orientiert sich hier an der Wiener Klassik von Mozart und Haydn; das Ergebnis ist damalige Unterhaltungsmusik im besten Sinne. Und dennoch könnte man den Urheber dieses Konzerts nicht verwechseln. Der Beethoven-Klang ist bereits vorhanden. Ein Individualstil, der sich durch mitunter schroffe Gegensätze und eine stupende Genauigkeit in der rhythmischen Gestaltung auszeichnet, beginnt, sich erkennbar durchzusetzen.
Wenn Sie sich also bestens unterhalten lassen wollen, sei Ihnen die komplette Aufführung in derselben Besetzung ans Herz gelegt:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

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