Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 47

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde der Kirchenmusik,
heute möchte ich Ihnen ein Werk vorstellen, das zu den ersten klassischen Musikstücken zählt, mit denen ich als Jugendlicher in Berührung gekommen bin: Die Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate.

Unter den Musikern des 19. Jahrhunderts war Pablo de Sarasate ein wahres Glückskind. Glaubt man seinen Biografen, gab es bei ihm kein Ringen mit dem Schicksal, keine demütigenden Buhrufe, keine finanziellen Schieflagen, keine Flaute der künstlerischen Inspiration. Vielmehr bildete sein ganzes Virtuosenleben eine Kette von Erfolgen. Die Zigeunerweisen op. 20 entstanden 1878 auf dem Gipfelpunkt seines Ruhms und werden bis heute gern in einem Atemzug mit dem Namen ihres Schöpfers genannt.

Martín Melitón Pablo de Sarasate y Navascués, wie der 1844 in Pamplona geborene Komponist mit vollem Namen hieß, zeigte schon mit fünf Jahren so großes musikalisches Talent, dass ihm kaum später die spanische Königin Isabella ein Stipendium gewährte. Schon im Alter von 12 Jahren durfte Sarasate am Pariser Konservatorium studieren – für einen Musiker damals die höchste Adelung, die man sich vorstellen konnte. Berühmt wurde Sarasate dann als Salonvirtuose, reiste auf Tourneen durch ganz Europa, Mexiko und die USA und verkehrte mit zahlreichen Komponisten seiner Generation. Max Bruch, Antonín Dvo?ák und Camille Saint-Saëns widmeten ihm große Werke. Mit 64 Jahren starb der Geiger im Herbst 1908 im französischen Nobel-Badeort Biarritz.

In den Zigeunerweisen nutzt Sarasate den Schmelz der tiefen Saiten genauso wie den Überraschungseffekt von plötzlich sprudelnden Akkordbrechungen, große Sprünge wechseln mit spannungsgeladenen Tremolo-Effekten und Trillern. Während der Orchesterpart das harmonische Fundament liefert, ist die Geigenstimme gespickt mit rasend schnellen Noten in höchsten Lagen und dem schnellen Wechsel zwischen Bogenspiel und Pizzicato.

Bei der Suche nach einer Aufführung bin ich auf zwei Musiker gestoßen, die damals durchaus als Zwillinge gelten konnten: Itzhak Perlman und James Levine. Und wenn dieses Zusammentreffen auch noch von beiden selbst so humorvoll kommentiert wird, macht das anschließende Musikstück doppelt Spaß. Lassen Sie sich gerne mitreißen, hier kommen Pablo de Sarasates Zigeunerweisen:

https://www.youtube.com/watch?v=wEmbFSiJzEQ

Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

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