Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 46

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
nicht das Endergebnis, sondern der Weg zum Ziel steht heute im Mittelpunkt: Eine gelungene, mitreißende Aufführung eines Musikstücks entsteht nur, wenn zuvor ausführlich geprobt wurde. Ich lade Sie heute zu einer besonderen Orchesterprobe ein, zuvor aber das Endergebnis – es ist eines der bekanntesten Stücke aus Edvard Griegs „Peer-Gynt-Suiten“: „In der Halle des Bergkönigs“, hier gespielt vom Oslo Philharmonic unter der Leitung von Vasily Petrenko:

Henrik Ibsens Drama „Peer Gynt“ handelt von einem Träumer und egoistischen Taugenichts. Peer Gynt ist ein rastlos Getriebener, der es scheut, zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und sich der Realität zu stellen. Statt seiner verwitweten Mutter Aase beizustehen, treibt er sich lieber herum, erzählt Lügengeschichten und reiht eine unrühmliche Frauengeschichte an die andere. So entführt er aus einer Laune heraus eine Braut, die in ihn verliebt ist, aber sobald das Abenteuer vorbei ist, langweilt sie ihn. Er reist um die Welt, aber er findet nirgends sein Glück. Erst am Ende seines Lebens, als er in die Heimat zurückkehrt und sich zum ersten Mal für seine Lebensweise verantworten muss, wird ihm klar, dass sein Glück die ganze Zeit zu Hause auf ihn wartete. Peer Gynts Reise währt ein halbes Leben und endet nach einem Schiffbruch auf hoher See an der Stelle, wo sie begonnen hat: Vor dem Haus seiner Jugendliebe Solveig.

Im Jahr 1874 bat Henrik Ibsen Edvard Grieg, Musik für das Bühnenstück „Peer Gynt“ zu komponieren. Grieg benötigte zwei Jahre für das Werk und am 24. Februar 1876 wurde Ibsens „Peer Gynt“ mit Griegs Komposition im Christiania Theater in Oslo uraufgeführt. Die zwei daraus entstandenen Orchestersuiten zählen bis heute zu den beliebtesten Werken in den Konzertsälen.

Wie gesagt: Heute ist der Weg das Ziel. Für mich ist es immer wieder spannend, in einer Orchesterprobe als Zuhörer dabei zu sein. Wenn es ein Dirigent versteht, ein Orchester auf seine Linie einzuschwören, entsteht oftmals auch ein gelungenes Ergebnis – und wenn dies auch noch mit jungen Musikern gelingt, ist es ein doppeltes Vergnügen.
Seit einigen Jahren veranstalten die Berliner Philharmoniker ein Schulorchestertreffen, und natürlich liegt eine besondere Spannung in der Luft, wenn ein Dirigent wie Sir Simon Rattle mit Schülern arbeitet. Diese Proben sind öffentlich, sie finden im großen Saal der Philharmonie statt und sind immer bis auf den letzten Platz besetzt. Im folgenden Zusammenschnitt einer solchen Probe können sie erleben, was bei einem Musikstück alles zu berücksichtigen ist: Dynamik, Phrasierung, Tempo, Zusammenspiel etc. – und wie schön, wenn das alles noch mit viel Witz und Humor geschieht. Hier also Edvard Griegs „In der Halle des Bergkönigs“ vom Februar 2013:
Ihnen allen ein schönes Wochenende mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler

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