Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 42

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,im Januar kam es zu einer denkwürdigen Begegnung: Die Wiener Philharmoniker hatten einen der größten Filmmusik-Komponisten eingeladen, um ein Konzert mit seinen eigenen Werken zu dirigieren: John Williams, der die Musik zu Filmklassikern wie „Star Wars“, „E. T.“, „Der weiße Hai“ und „Indiana Jones“ schrieb.

Als besonderer Gast dabei: Anne-Sophie Mutter, die eigens für sie von John Williams arrangierte Filmmusik-Titel spielte. Viele Fans aus aller Welt waren angereist, um den großen Meister wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag zu erleben. Die Stimmung im Wiener Musikverein war euphorisch, eine Standing Ovation jagte die andere.

Mit großem Vergnügen habe ich am Pfingstmontag bei Servus TV den Mitschnitt sehen können – und allen, die es verpasst haben und gerne dabei gewesen wären, seien hiermit vertröstet: Ende August erscheinen CD, DVD und Bluray im Handel.

Hier ein kleiner Vorgeschmack aus dem Zugaben-Block dieses Konzerts: Der Imperial March aus „Star Wars“:

https://www.youtube.com/watch?v=vsMWVW4xtwI

Musikalisches Vorbild für die „Star Wars“-Reihe ist jedoch ein anderes Werk, das besonders in England sehr häufig aufgeführt wird: „Die Planeten“ von Gustav Holst, entstanden während des 1. Weltkriegs. Es mag verblüffen, dass die Komposition letztlich nur aus sieben und nicht aus neun opulenten Sätzen besteht. Der an der Astrologie interessierte englische Komponist  ließ aber die Erde unberücksichtigt, und den entfernten Pluto konnte er noch nicht kennen: der entfernte Himmelskörper wurde erst 1930 entdeckt.

Die „Planeten“-Suite wurde 1918 uraufgeführt. In seinem größten Orchesterwerk erweist sich Gustav Holst als ein Meister der Instrumentationskunst und beansprucht neben der Streicherbesetzung einen gewaltigen Orchesterapparat mit vierfacher Holzbläserbesetzung, sechs Hörnern, vier Trompeten, drei Posaunen und zwei Tuben. Neben Harfen, Celesta und aufwendigem Schlagwerk kommt die Orgel zum Einsatz, dazu klingt der letzte Satz („Neptune, the Mystic“) mit einem textlosen Frauenchor aus.

Einer der bekanntesten Sätze aus Holsts „Planeten“ ist „Jupiter, the Bringer of Jolility“. Chorsänger werden den Mittelteil schnell erkennen, es ist die bekannte Hymne „I vow to thee, my country“ – hier spielt die NDR-Radiophilharmonie Hannover unter der Leitung von Andrew Manze:

https://www.youtube.com/watch?v=T0Fx24Xzc3U

Und zum Schluss wie so oft meine Empfehlung für das vollständige Werk – diesmal sogar in ergänzter Fassung. Im Auftrag des Hallé Orchestras ergänzte der britische Komponist Colin Matthews im Jahr 2000 Holsts „Planeten“ um den Satz „Pluto, the Renewer“, Kent Nagano dirigierte im selben Jahr die Uraufführung in Manchester. Sehr oft wird seitdem die ergänzte Version aufgeführt – so auch im folgenden Link. Konzerte mit Jugendorchestern haben immer eine besondere Atmosphäre, hier musizierte im August 2016 das National Youth Orchestra of Great Britain unter der Leitung von Edward Gardner:

https://www.youtube.com/watch?v=be7uEyyNIT4

Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig

Matthias Wengler

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