Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 37

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
von Antonin Dvoráks neun Sinfonien ist die letzte seine bekannteste geworden – die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ gehört zu den populärsten Werken der klassischen Orchesterliteratur. In der Anzahl der Aufführungen schlägt sie alle anderen Dvorák-Sinfonien um deutliche Längen. Doch was ist mit den anderen acht Sinfonien? Nr. 1 bis 6 hört man sehr selten – sehr schade, denn sie verdienen es, viel häufiger gespielt zu werden -, Nr. 7 hin und wieder und deutlich häufiger schon Nr. 8. Die achte Sinfonie möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Bei der Philharmonischen Gesellschaft in London, mit der Dvo?ák schon seit einigen Jahren in gutem Kontakt war, wartete man 1889 auf die neue, die achte Sinfonie. Aus New York hatte man schon bei Dvorák angefragt, ob er nicht einen Lehrauftrag am Konservatorium annehmen möchte. Dvoráks achte Sinfonie, noch geschrieben in der alten Welt, sollte in seinem Schaffen zu einem Bindeglied werden zwischen der europäischen Tradition, aus der er kam und den Klängen der Neuen Welt, die er schon bald aufnehmen und damit von sich reden machen würde.
Das strahlende Werk in G-Dur mit vielen poetischen Momenten und reicher böhmischer Motivik kann als Beweis dafür gelten, von welch großartiger Stimmung und Schaffenskraft Dvo?ák erfüllt war, wenn er sich auf seinem Sommerlandsitz in Vysoká aufhielt. Ihre Uraufführung erlebte die achte Sinfonie am 2. Februar 1890 im Rudolfinum von Prag.
Besonders populär wurde der 3. Satz aus dieser Sinfonie – einen Ausschnitt daraus finden Sie im folgenden Link mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Mariss Jansons, die das Werk in ihrem Europakonzert am 1. Mai 2017 in Paphos (Zypern) spielten:

https://www.youtube.com/watch?v=FGTVNN3-Nqo&list=RDFGTVNN3-Nqo&start_radio=1

Einen Ausschnitt aus dem temperamentvollen 4. Satz können Sie hier mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Claudio Abbado erleben – übrigens aus einem Silvesterkonzert mit historischem Datum: Es fand am 31. Dezember 1999 statt und bot lauter Finalsätze aus Sinfonien:

https://www.youtube.com/watch?v=oaDl9js_OR4

Die erste auswärtige Aufführung übernahm gut zwei Monate nach der Prager Premiere das Orchester der Philharmonic Society in London, dem der Komponist noch einen Gefallen schuldete. Aufgrund von Streitigkeiten mit dem Verleger Simrock wurde das Werk schließlich auch in England gedruckt, weshalb es bis heute noch hin und wieder den Beinamen „Die Englische“ erhält – dieser Beiname ist wirklich überflüssig, denn englisch ist an diesem Werk rein gar nichts.
Unter den zahlreichen Fundstücken, die youtube bereit hält, habe ich auch eine Gesamtaufführung des Werkes aus dem Jahr 1989 mit den Berliner Philharmonikern und einem Gastdirigenten gefunden, der leider nur selten dieses Orchester geleitet hat: Sir André Previn, Dirigent, Komponist, Pianist, in Klassik und Jazz gleichermaßen zuhause und von 2002 bis 2006 Ehemann von Anne-Sophie Mutter. Er verstarb Anfang 2019 wenige Wochen vor seinem 90. Geburtstag.
Ich wünsche Ihnen und Euch allen ein sonniges Wochenende
Matthias Wengler

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