Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 30

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
zu den schönsten Solokonzerten der Romantik zählt für mich das Klarinettenkonzert Nr. 1 f-Moll op. 73 von Carl Maria von Weber. Es entstand quasi „im Auftrag seiner Majestät“: Max Josef, König von Bayern, bestellte 1811 zwei Klarinettenkonzerte bei Carl Maria von Weber, die vom Hofklarinettisten Heinrich Baermann uraufgeführt wurden. Für die Klarinettisten zählen Webers Konzerte zu den attraktivsten Stücken des Repertoires: Romantische Atmosphäre, berührende Gesanglichkeit und eine große Portion Virtuosität sind kennzeichnend für das f-Moll-Konzert.

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus dem 3. Satz mit Andreas Ottensamer, den Sie bereits von der letzten Ausgabe kennen, und den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Mariss Jansons:
Wer Lust hat, das ganze Werk zu hören, liest einfach weiter:  Die Uraufführung des f-Moll-Konzertes im Juni 1811 in München war ein ein Riesenerfolg für alle Beteiligten. 20 Jahre nach dem Klarinettenkonzert von Mozart gab es für die Musikwelt und für die Klarinettisten endlich ein weiteres Referenzstück für ihr Instrument. Die Klarinette wurde zu Webers Lieblingsinstrument, das auch in seiner Oper „Der Freischütz“ eine wichtige Rolle spielt.
Zu den wichtigsten Klarinettisten unserer Zeit zählt Jörg Widmann – neben seiner Tätigkeit als Dirigent ist er vor allem aber auch einer der erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart. Schon oft durfte ich Musik von ihm im Konzertsaal erleben und war immer wieder begeistert von seiner ganz eigenen Tonsprache, die oftmals auch eine gehörige Portion Humor aufweist. Seine Oper „Babylon“ wurde 2012 an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt, und sein Oratorium „Arche“ war die erste Auftragskomposition für die Hamburger Elbphilharmonie, die gleich am zweiten Abend nach dem Eröffnungskonzert im Januar 2017 uraufgeführt wurde.

Als kleiner Junge besuchte Jörg Widmann seine erste Operninszenierung und zitterte. Die unheimliche Wolfsschlucht-Szene in Webers „Freischütz“ mit den Gesängen der Geisterchöre und den tiefen Klängen der Klarinette um Mitternacht bereitete ihm Angst. Webers klangliche Momente der Düsternis, der Erregung und des Glücks finden sich in Webers erstem Klarinettenkonzert wieder. Im folgenden Mitschnitt ist er als Solist und Dirigent mit dem WDR-Sinfonieorchester zu hören:

https://www.youtube.com/watch?v=37kaymgFkUI

Herzliche Grüße aus Braunschweig
Matthias Wengler

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