Ev. – luth. Propstei Königslutter

Musik in schwierigen Zeiten-Folge 17

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
es gibt Werke, die für einen Musiker wahrhaftig schweißtreibend sein können – aber es gibt auch Stücke, bei denen man schon als Zuhörer ins Schwitzen geraten kann. Für mich zählt hierzu eine der bekanntesten Klaviersonaten Ludwig van Beethovens: Die Sonate Nr. 23 f-moll op. 57, allgemein als „Appassionata“ bekannt.

Vollendet hat Beethoven sie im Jahr 1806, im ungarischen Schloss Martonvasar, gewidmet ist sie dem jungen Schlossherren, Graf Franz von Brunsvik. „Leidenschaftlich-düster“, dieses Prädikat erhielt die Sonate oft in den Konzertführern. Darüber mag man streiten – nicht aber über das unbändige Temperament, das sie verströmt. Im dritten Satz, der mit einem unnachgiebigen Motiv in der linken Hand beginnt, hat man spätestens am Ende das Gefühl, als Spieler auf der Flucht zu sein, eine (spielerische) Gefahr nach der anderen lauert auf den Interpreten. Insofern ist das Werk für mich wie ein musikalischer Krimi – überzeugen Sie sich selbst:
Wann immer ich den dritten Satz höre, erinnere ich mich sofort an meine Studienzeit in Köln. Mein damaliger Tonsatz-Professor versuchte über Monate, sich jeden Montagmorgen vor dem Unterricht mit dem Motiv der linken Hand aufzuwärmen – mit nur geringem Erfolg. Das Werk ist eben auch für Profi-Musiker alles andere als leichte Kost…
Der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim gehört zu den Musikern, die Beethovens 32 Klaviersonaten mehrfach aufgenommen haben, darunter auch in mehreren TV-Aufzeichnungen – im eben gesehenen Ausschnitt in der Berliner Staatsoper Unter den Linden im Jahr 2005.
Wenn Sie Lust haben, das ganze Werk zu erleben (und dabei auch das eine oder andere musikalisch anders interpretierte Detail zu entdecken), klicken Sie sich einfach durch die drei folgenden Links:
https://www.youtube.com/watch?v=0Ak_7tTxZrk (Staatsoper Unter den Linden, 2005)
https://www.youtube.com/watch?v=Z2wFcGoSDAo (Teatro Colón, Buenos Aires, 2000)
https://www.youtube.com/watch?v=bpu3FOZkHd4 (Palais Rasumofsky, Wien, 1984)
Herzliche Grüße aus Braunschweig
Matthias Wengler

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