Musik in schwierigen Zeiten-Folge 138

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
heute wird es mörderisch – der dem Wahnsinn verfallene Pianist Lord Edward Lebanon liefert uns heute das Musikstück des Tages. Viele werden den Namen nicht sofort mit einem der großen Pianisten der Vergangenheit in Verbindung bringen, aber der folgende Trailer klärt sicherlich schnell viele offene Fragen:
Hans Clarin, der viele Jahre später mein Herz als Stimme des Schlossgespenstes Hui Buh und des Kobolds Pumuckl eroberte, spielte 1963 in diesem Edgar-Wallace-Film den unglücklichen Musiker. Wie ein roter Faden zieht sich durch den ganzen Film Frédéric Chopins Fantaisie-Impromptu cis-Moll op. 66; bereits im Vorspann dieses Films bearbeitete der Komponist Peter Thomas das Stück zu einem Jazz-Stück im Big-Band-Sound:
Entstanden ist Chopins Fantaisie-Impromptu im Jahr 1834. Obwohl es frühere virtuose Kompositionen qualitativ bei weitem übertrifft, wurde es zu Chopins Lebzeiten nicht veröffentlicht. Im Jahr 1835 machte er das Werk der Baronesse d’Este zum Geschenk. Da das Werk somit ihr Eigentum war, war für Chopin die Möglichkeit einer Veröffentlichung nicht mehr gegeben. Erst nach seinem Tod publizierte Julian Fontana, ein enger Freund Chopins, die Handschrift des Komponisten als op. 66 unter dem von ihm ausgedachten Titel „Fantaisie-Impromtu“. Es gehört bis heute zu Chopins beliebtesten Werken und zeichnet sich durch leidenschaftlich-virtuosen Zugriff auf der einen und lyrisch-expressive Kantabilität auf der anderen Seite aus.
Unser heutiger Interpret ist nicht Hans Clarin, sondern Daniil Trifonov, der das Stück im Rahmen der Yellow Lounge der Deutschen Grammophon 2017 in Berlin musizierte:
Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler