Musik in schwierigen Zeite-Folge 93

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kirchenmusik,
Sie kennen das bestimmt: Sie sind Gast bei einer Hochzeitsfeier. Nach der Trauung gibt es meistens etwas zu essen, danach folgen Reden und Einlagen, mal originell und geglückt, manchmal auch langweilig und peinlich. Ein gutes Glas Wein kann über vieles hinweg helfen, selbst wenn der DJ über sich hinauswächst und es schafft, selbst den letzten Tanzmuffel noch für das Parkett zu gewinnen. Irgendwann ist Mitternacht, und dann folgt das letzte Ritual: Die Hochzeitstorte – und um diese dreht es sich heute musikalisch.


Als Nachschlag zu Folge 92 daher heute noch einmal ein Werk von Camille Saint-Säens: Sein Walzer „Wedding Cake“ op. 76 ist ein Stück für Klavier und Streicher. Es entstand 1885 in einer für den Komponisten sehr erfolgreichen Phase, in der u. a.  auch das dritte Violinkonzert (1880), die erste Violinsonate (1885), die sogenannte „Orgelsinfonie“ (1886) und der berühmte Karneval der Tiere (1886) entstanden. Das heitere, unterhaltsame Werk war ein Hochzeitsgeschenk für die Pianistin Caroline Montigny-Rémaury, mit der Saint-Saëns befreundet war. Der lebendige Walzer beginnt mit einer funkelnden Tonkaskade, und die energische Lebendigkeit bleibt während des gesamten, herrlich verspielten Stückes erhalten.

 

Und im Gegensatz zur richtigen Hochzeitstorte bleibt Ihr Gewicht nach dem Verzehr des Stücks unverändert – hier eine Aufführung mit Lucas Jussen und dem Irish Chamber Orchestra vom 18. Januar 2014 in Muziekgebouw Frits Philips in Eindhoven:
https://www.youtube.com/watch?v=M-i7nvxfDIE

Ihnen allen einen schönen Tag mit herzlichen Grüßen aus dem Urlaub

Matthias Wengler