Musik in schwierigen Zeiten – Folge 144

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Sport trifft auf Musik: Unser heutiges Musikstück wurde tatsächlich von einem Turnverein in Auftrag gegeben. Und kein Orchester der Welt kann dieses Werk aus eigenen Kräften bestreiten, ein Etat für Aushilfsmusiker sollte also vorhanden und gut gefüllt sein: Nicht weniger als neun zusätzliche Trompeter, zwei Basstrompeten und zwei Tuben werden für die ohnehin schon groß besetzte Sinfonietta von Leoš Janá?ek benötigt. Folkloristische Tanzrhythmen prägen diese Miniatur-Sinfonie. Doch das Stück, dessen berühmte Eingangsfanfare 1926 für ein Fest der Turnergemeinschaft Sokol entstand und dann vom Komponisten zu einem fünfsätzigen Orchesterwerk erweitert wurde, ist

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 143

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, „for me every music is serious“, lautete das musikalische Credo von Leonard Bernstein. Kein Wunder also, dass der Dirigent, Komponist, Pianist und Fernsehmoderator in Personalunion mit allen möglichen Stilen experimentierte, um zwischen Broadway, Jazz, Avantgarde und Klassik zu vermitteln. Mit vertrackten Jazz-Rhythmen setzte er sich in „Prelude, Fugue and Riffs“ auseinander, einem zwischen polyrhythmischen Strukturen à la Strawinsky und Bigband-Sound changierenden Geniestreich. Der berühmte amerikanische Jazz-Klarinettist, Sänger und Bandleader Woody Herman bestellte 1948 dieses dreisätzige Werk für Soloklarinette und Jazz-Ensemble bei Bernstein. Herman galt als musikalisches Wunderkind auf der Klarinette und

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Ermutigungswort zum Sonntag Reminscere, 28.02.2021

Ermutigungswort zum Sonntag Reminscere, 28.02.2021 (reminiscere, lateinisch, bedeutet: Gedenket !) Das Weinberglied (Jesaja 5, 1-7) Liebe Leserin, lieber Leser, als ich den Predigttext für den kommenden Sonntag las, habe ich einen Schreck bekommen. Ich dachte mir, was soll das nur werden ? Bei der Passage aus einem alttestamentlichen Buch handelt sich um ein Protestlied, das alles andere als ermunternd ist. Dabei trägt es den harmlosen Titel: Das Weinberglied. Weinberge sind eigentlich etwas Schönes und manch einer denkt vielleicht an fröhliche Abende bei Wein und Gesang zurück. Dieses Lied ist aber gar kein gute Laune Song. Obwohl es prima anfängt. Es

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„Bach appassionato“ zum Sonntag Reminiscere am 28. Februar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, herzlichen Dank für alle positiven Rückmeldungen zur neuen Reihe „Bach appassionato“. Zum Sonntag Reminiscere („Gedenke“) am 28. Februar möchte ich Ihnen die Bach-Kantate „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ BWV 157 vorstellen. Bei dieser Kantate handelt es sich um den ersten Teil der in einem Gedächtnisgottesdienst am 6. Februar 1727 dargebotenen Trauermusik für den bereits 1726 verstorbenen Kammerherrn und Hofrat Johann Christoph von Ponickau. Die Musik hatte noch einen zweiten Teil nach der Predigt, dessen Text nicht von Picander, sondern von Georg Christian Lehms stammt; diese Komposition ist jedoch

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 142

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Robert Schumann lobte unser heutiges Musikstück in den höchsten Tönen, und nachfolgende Komponisten- und Pianistengenerationen gaben ihm recht: Heute dreht sich alles um Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58, das zugleich auch einen Sonderfall in der Musikgeschichte darstellt. Nicht alle von Beethovens Klavierkonzerten haben solche Nachwirkungen erzielt, wie sein viertes. Gerade die Romantiker wie Schumann, Mendelssohn und Chopin haben sich an diesem Konzert orientiert, das seinerseits schon mit einem Fuß – sprich: mit seiner atmosphärischen Dichte – in der Romantik steht und tatsächlich eine neue Ära in der

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 141

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, „sie spielen Brahms um acht Uhr ahms“ – ein oft gehörter Kalauer passt ideal zu dieser Newsletter-Ausgabe, denn heute möchte ich Sie mit einem Frühwerk dieses Komponisten bekannt machen: Das Klaviertrio Nr. 1 H-Dur op. 8. Klaviertrios gehören zu den großen Gattungen der klassischen Kammermusik, und so beschäftigte sich auch Johannes Brahms mit diesem Genre. Sein Klaviertrio Nr. 1 H-Dur op. 8, das er im Herbst und Winter 1853/54 im Alter von 20 Jahren komponierte, war sein erstes Kammermusikwerk. Die erste Aufführung fand im Haus von Robert Schumann in Düsseldorf statt.

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Am Zukunftsprozess beteiligen

Landessynode startet „Lebendige Kirche 2030“ Auf der Landessynode im November 2020 in Wolfenbüttel stellte die Arbeitsgruppe „Strategie und Konzept“ ein vierzigseitiges Papier mit Denkanstößen zur zukünftigen Ausrichtung der kirchlichen Arbeit vor. Auf dieser Grundlage beschlossen die Delegierten einen breit angelegten Beteiligungsprozess bis November dieses Jahres. Auf der Homepage der Landeskirche wurde eine Bereich eingerichtet, in dem Rückmeldungen, Statements und Überlegungen gesammelt werden. Dass die Arbeit der Kirche neu ausgerichtet werden muss ist unumgänglich, denn die braunschweigische Landeskirche rechne laut Landesbischof Meyns von 2017 bis 2030 mit einem Rückgang der Mitglieder und einem Absinken der Kirchensteuer um jeweils 25 Prozent. „So

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 140

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zu den „Klassikern“ der amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts zählt Aaron Copland – zu seinen bekanntesten, aber immer noch eher selten zu hörenden Werken, zählt sein Konzert für Klarinette und Streichorchester mit Harfe und Klavier. Auftraggeber war der „King of Swing“: Benny Goodman. Die Große Depression war langsam überwunden, die Wirtschaft wieder im Aufschwung, als Ende der 1930er und Anfang der 1940er Jahre in Amerika der Swing seine Blüte erlebte und in allen Bars, Ballrooms und Clubs zu Swing-Musik getanzt und gefeiert wurde. Benny Goodman, Sohn jüdischer Einwanderer aus Chicago, wurde

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Neue Reihe „Bach appassionato“, 1. Ausgabe zum Sonntag Invocavit

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, mit dem Aschermittwoch hat in dieser Woche zugleich auch die Passionszeit begonnen. Übersetzt man Passionszeit mit Leidenszeit, dauert diese mit Blick auf die vergangenen Monate gefühlt für uns alle schon viel länger. Bis zum Osterfest möchte ich versuchen, die Passionszeit musikalisch noch einmal anders zu bedenken. Das Wort Passion taucht auch in dem Begriff „appassionato“ auf – und so soll die neue Reihe „Bach appassionato“ die Wartezeit auf Musik, die in unseren Gottesdiensten momentan auch beinahe verstummt, mit ausgewählten Bach-Kantaten verkürzen. „Bach appassionato“ läuft zusätzlich zur Reihe „Musik in schwierigen Zeiten“,

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Ermutigungswort für den Sonntag Invokavit, erster Sonntag der Fastenzeit 21. Februar 2021

Einfallsreich Fasten. Ein Küchengespräch mit Jesus Liebe Leserin, lieber Leser, es war spät am Abend. Ich war gerade dabei, letzte Handgriffe in der Küche zu machen, als Jesus hereinkam. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise sitzt der Heiland schon da, wenn ich abends in der Küche nochmal nach dem Rechten sehe. Jesus grüßt müde, lässt sich auf einen Küchenstuhl fallen und seufzt. „Schweren Tag gehabt?“, frage ich. „Kann man so sagen“, murmelt Jesus: „Musste die Welt retten. Ein Glas Wein wär jetzt nicht schlecht. Hast Du eine Flasche offen?“ Ich schaue ihn verdutzt an. „Aber Herr“, sage ich, „es ist doch Fastenzeit!“

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 139

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass in dieser Ausgabe Ballettmusik im Mittelpunkt steht. Doch der Schein trügt: Sergej Rachmaninows letztes Werk, die Sinfonischen Tänze op. 45 aus dem Jahr 1940, sind keine Ballettsuite, sondern ein hauptsächlich sinfonisches Werk, auch wenn das tänzerische Element eine wichtige Rolle spielt. Sein “letzter Funke”, wie Rachmaninow sein Werk liebevoll nannte, war denn auch ein ganz persönliches Werk: eine Rückschau auf sein eigenes Leben in den Farben romantischer Stimmungsmalerei, wie sie im ursprünglich geplanten Titel „Fantastische Tänze“ zum Ausdruck kommt. Die Untertitel der drei

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Passionsandachten – Digital

Wir treten ein in die Passionszeit – Sieben Wochen bis zum Osterfest dauert die Passionszeit. Das ist die Zeit, die wir uns nehmem um das Leben und Sterben Jesu für uns zu zu verstehen. Die Ev. luth. Propstei Königslutter lädt an jedem Donnerstag bis zum Osterfest zu digitalen Andachten zur Passionszeit ein. Dazu laden die Pfarrer und Pfarrerin der Propstei in ihre Kirchen ein und gehen mit uns den Kreuzweg Jesu. Bilder des berühmten Malers und Pfarrers Sieger Köder werden dazu vorgestellt und laden zum Innehalten ein. Die Andachten werden musikalisch begleitet durch den Propsteikantor Matthias Wengler. An jedem Donnerstag

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 138

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute wird es mörderisch – der dem Wahnsinn verfallene Pianist Lord Edward Lebanon liefert uns heute das Musikstück des Tages. Viele werden den Namen nicht sofort mit einem der großen Pianisten der Vergangenheit in Verbindung bringen, aber der folgende Trailer klärt sicherlich schnell viele offene Fragen: https://www.youtube.com/watch?v=u83CfBVsN6g Hans Clarin, der viele Jahre später mein Herz als Stimme des Schlossgespenstes Hui Buh und des Kobolds Pumuckl eroberte, spielte 1963 in diesem Edgar-Wallace-Film den unglücklichen Musiker. Wie ein roter Faden zieht sich durch den ganzen Film Frédéric Chopins Fantaisie-Impromptu cis-Moll op. 66; bereits

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 137

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Ballettmusik kam bisher nur selten in diesem Newsletter vor – heute soll sie zum Zuge kommen: Sehr oft war Leonard Bernstein als Dirigent schon mit Musikempfehlungen vertreten, heute soll sein erster großer Öffentlichkeitserfolg, der am 18. April 1944 in der alten Metropolitan Opera in New York in einer Choreographie von Jerome Robbins erstmals auf die Bühne kam, im Mittelpunkt stehen: Das Ballett „Fancy Free“. Das Stück spielt während des Zweiten Weltkriegs in Amerika. Bevor der Vorhang aufgeht, hört man aus einer Jukebox den Blues „Big Stuff“, der im Original von Billie Holiday

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 136

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, der finnische Komponist Jean Sibelius wurde in seiner Heimat als musikalische Identifikationsfigur wahrgenommen. Er galt als Ikone, mit der man international Aufmerksamkeit erregen konnte. 1899/1900 hatte Sibelius mit seiner Tondichtung „Finlandia“ eine Art Nationalhymne geschaffen – eine Hymne für ein Land, das eigentlich noch gar nicht existierte: Finnland blieb bis 1917 Teil des großrussischen Reiches. Spätestens seit „Finlandia“ galt Sibelius als der größte Sohn des Landes, ihm huldigte man mit einem offiziellen Feiertag: Am 8. Dezember 1915 stand anlässlich Sibelius’ 50. Geburtstags die Arbeit im ganzen Land still. Stattdessen wurde ein

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 135

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, seine „Rhapsody in Blue“ zählt zu den populärsten Werken der 20. Jahrhunderts, aber wie sieht es eigentlich mit Musik für Klavier solo von George Gershwin aus? Heute stelle ich Ihnen gerne seine „Three Preludes“ vor. Gershwin spielte sie erstmals öffentlich am 4. Dezember 1926 im Roosevelt Hotel in New York. Sie waren das etwas magere Resultat seines verwegenen Plans, 24 Klavierpräludien in allen Tonarten zu schreiben – nach dem Vorbild von Bach und Chopin. Sieben Präludien konnte der junge, im klassischen Metier noch wenig erfahrene Komponist vollenden, von denen er zwei

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Helfer*innen – Netzwerk zur Unterstützung bei der Impfanmeldung und für Fahrten zu den Impfterminen

Der Gedanke dahinter: Sich zur Impfung anzumelden ist kompliziert. Die Telefonleitung ist ständig besetzt und manche sind digital unsicher. Wir wollen helfen! Brauchen Sie, oder jemand den Sie kennen, Unterstützung bei der Anmeldung? Gibt es technische Probleme? Oder brauchen Sie jemanden, der / die Sie zu den Impfterminen fährt? Dann melden Sie sich gerne im Propsteibüro (Tel. 05353 95170) und wir vermitteln Ihnen den Kontakt zu einem Impfpaten / einer Impfpatin aus Ihrer Gemeinde, der / die versucht weiterzuhelfen. Vielleicht möchten Sie auch selbst helfen. Wenn Sie technisch versiert sind oder schon einmal eine Anmeldung begleitet haben, freuen wir uns

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Ermutigungswort für den 14. Februar 2021

Liebe Schwestern, liebe Brüder, während der Pandemie mussten, müssen wir lernen, die Hoffnung nicht zu verlieren, bei Kräften zu bleiben, seelisch, geistig – Tag für Tag… es ist mühsam, schmerzhaft. Am Sonntag bekam ich dieses Bild zugeschickt. „Wow“, dachte ich und bekam eine Gänsehaut, weil ich mich an die schönen Tage in Paris erinnerte vor drei Jahren. Mit Amrei und Fenja, unseren Patenkindern – ein Geschenk zur Konfirmation. Ich sah mich sofort mit den Beiden und meinem Mann beim Frühstück unter einer rot-weiß gestreiften Markise ,-) vor einem Café sitzen und frühstücken, höre, wie das frische Baguette kraackelt beim Zerbrechen

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 134

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, seit Jahrhunderten ist er eine der berühmtesten Figuren unser Region: Till Eulenspiegel, der Schelm aus dem Braunschweiger Land. Die Marktfrauen ärgerten sich, der Bäcker schäumte vor Wut, und die Gelehrten waren mehr als einmal verwundert – die Herzen aber schlagen für Till Eulenspiegel, den unsterblichen Spaßmacher. Seine Geschichten und Streiche spielten überwiegend in dieser Region, aber auch die Bürger von Berlin, Ulm, Nürnberg, Rom und Prag waren seinen Taten ausgeliefert. Geboren sein soll er um das Jahr 1300 in Kneitlingen am Elm. Seine letzte Ruhe fand er hingegen 1350 in Mölln.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 133

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zu den beliebtesten Kantaten, die Johann Sebastian Bach komponiert hat, zählt „Ich habe genug“ BWV 82. Sie wurde 1727 für das Fest der Reinigung der Jungfrau Maria geschrieben (2. Februar – Mariä Lichtmess), das 1727 am vierten Sonntag nach dem Dreikönigsfest fiel. 1727 war auch das Uraufführungsjahr der Matthäus-Passion. Seit ihrer Wiederentdeckung 1829 durch Felix Mendelssohn entwickelte sie sich zum Herzstück unserer Musikkultur. Dass die Kantate „Ich habe genug“ heute zu den populärsten der rund 200 erhaltenen Bach-Kantaten zählt, mag auch mit ihrer Nähe zu dieser Passion zu tun haben. Wichtiger als

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Ermutigungswort zum Sonntag Sexagesima am 07.02.2021

Meine Kollegin möchte am 14.02.2021 einen Themengottesdienst gestalten: In diesem Jahr fällt der Valentinstag auf einen Sonntag. Es ist unschwer zu erraten, welchem Leitwort sie folgen wird. Genau, „Liebe“ wird das Thema sein: Lieder, Gebete, Bibelworte … – „Na, fällt dir spontan ein Liebesgedicht ein?“, hat sie mich gefragt. – Meine Antwort: „Bert Brecht hat sehr schöne Liebesgedichte geschrieben.“  – Was hätten Sie geantwortet? Haben Sie ein Liebeslieblingsgedicht? Schauen wir auf den kommenden Sonntag. Dieser trägt den Namen „Sexagesimae“. Es ist eine Zeit- und Zahlenangabe: In ca. 60 Tagen feiern wir Ostern. Für das Ermutigungswort habe ich mir den Wochenpsalm

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 132

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, in Folge 64 habe ich Ihnen schon einmal eine Suite aus Richard Strauss Oper „Der Rosenkavalier“ vorgestellt – heute soll der Schluss der Oper, Terzett und Finale des 3. Aktes, im Mittelpunkt stehen – es ist einer der absoluten Höhepunkte der gesamten Operngeschichte. Eine „Mozart-Oper“ werde er schreiben, verkündete Richard Strauss, als Hugo von Hofmannsthal ihm sein neues Libretto versprach. Die turbulente Geschichte mit „bunter, fast pantomimisch durchsichtiger Handlung“ wurde am 26. Januar 1911 in Dresden bei der Premiere stürmisch bejubelt. Bis heute ist der „Rosenkavalier“ eine der meistgespielten Opern des

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge131

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, drei Hinweise genügen, um das heutige Musikstück einzugrenzen: Eine Orgel, ein amerikanischer Komponist und ein musikalisches Thema, das vor allem als Nationalhymne bekannt ist – dafür kommt nur ein Werk in Frage: Variations on „America“ von Charles Ives. Vielleicht haben Sie es letzte Woche schon im Orgel-Kurzkonzert aus der Essener Philharmonie entdeckt, als ich Ihnen Zsolt Gárdonyis „Mozarts Changes“ vorgestellt habe. Charles Ives gilt als Begründer einer genuin amerikanischen Musiksprache und ist in nahezu jeder Beziehung ein Sonderfall der Musikgeschichte. Nach seiner musikalischen Ausbildung am Konservatorium wurde er Versicherungsmakler, um nur

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 130

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, in der letzten Ausgabe habe ich Ihnen einen Konzertausschnitt vorgestellt, bei dem ich das Glück hatte, im Saal dabei zu sein. Manuel de Fallas „Nächte in spanischen Gärten“ standen nach der Konzertpause auf dem Programm, aber auch der erste Konzertteil verdient es, hier erwähnt zu werden. Und somit ist die heutige Ausgabe einem Solokonzert gewidmet, dessen Finalsatz einmal als „Polonaise für Eisbären“ bezeichnet worden ist: Das Violinkonzert d-Moll op. 47 von Jean Sibelius – keine schlechte Wahl für die zu erwartenden eisigen Temperaturen an diesem Wochenende. Keinem skandinavischen Komponisten sind Klischee-Zuschreibungen wohl mehr

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Ermutigungswort zum 31. Januar 2021

Wir erzählen euch keine Märchen! Am letzten Sonntag im Januar verabschieden wir uns von der Weihnachtszeit mit einer Lichterzählung. Das tut gut in der dunklen Jahreszeit. Auch wenn die Tage schon wieder länger werden, Januar und Februar erleben die meisten von uns als die schwierigen Wintermonate. Es ist kalt, dunkel und man kann nicht viel tun, im Lockdown sowieso nicht. Da können wir eine Aufmunterung schon gebrauchen. Aber diese Geschichte ist schon ziemlich unglaublich. Von Verklärung ist da die Rede, von Licht und leuchtenden Gestalten. Auf den Berg sind sie mit ihm gestiegen, die engsten Anhänger mit Jesus, und dann

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 129

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, falls Ihnen die heutige Ausgabe spanisch vorkommen sollte, ist dies beabsichtigt, denn heute dreht sich alles um Manuel de Fallas „Nächte in spanischen Gärten“. Entstanden während seines langjährigen Aufenthalts in Paris, sind diese drei sinfonischen Impressionen für Klavier und Orchester ein expressives Werk, das die südspanischen Gärten, die in europäischer und arabisch-maurischer Tradition angelegt sind, musikalisch zum Leben erweckt. „In Paris habe ich 7 unvergessliche Jahre verbracht. Debussy, Ravel, Schmitt und Dukas waren meine besten Freunde, besonders Dukas. Er trieb mich zum Komponieren an, er machte meine Werke in Paris bekannt.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 128

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Mozarts letzte Klaviersonate, die Sonate Nr. 18 D-Dur KV 576, dient heute als Ausgangsbasis für ein Orgelwerk, das auf Mozarts Sonate Bezug nimmt. Die sogenannte „Jagd“-Sonate entstand 1789 in Wien und spiegelt die ganze Komplexität von Mozarts Spätstil wieder. Sie entstand im Anschluss an die Berlin-Reise und ist in ihrer Kontrapunktik geprägt durch die Nähe zu Bach. Gedacht war sie mit noch fünf weiteren Sonaten für die Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II, Prinzessin Friederike. Warum nur diese eine Sonate vollendet wurde, ist nicht bekannt. Möglicherweise hatte Mozart erkannt, dass die Prinzessin

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 127

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, mit Temperament und Schwung möchte ich Sie in das vorliegende Wochenende mit einer Sinfonie geleiten, die viel zu selten auf den Konzertprogrammen erscheint: George Bizets Sinfonie Nr. 1 C-Dur. So wie Bizets bekannteste Oper „Carmen“ erst nach seinem Tod ihren Siegeszug um die Welt antrat, verhielt es sich auch mit seiner C-Dur-Sinfonie; sie wurde überhaupt erst 1935 uraufgeführt. Bizet schrieb sie innerhalb weniger Wochen mit 17 Jahren als Student des Pariser Conservatoire, wo er bereits mit neun Jahren eingeschrieben war und später Meisterschüler von Charles Gounod und Froméntal Halévy wurde. Möglicherweise stellte

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Ermutigungswort zum 24.1.2021

  Es werden kommen von Osten und Westen, von Norden und Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. (Lukas 13,29)   Liebe Leserinnen und liebe Leser! Das neue Jahr beginnt, wie das alte zu Ende gegangen ist. Seit vielen Wochen steht das Leben wieder still, und wir sind mit unseren Sorgen und Ängsten zu Hause. Wir sollen zu Hause bleiben, und es ist auch nötig, damit eine unkontrollierte Ausbreitung der Infektionen endlich gestoppt wird, damit alle, die krank werden, die bestmögliche Hilfe bekommen und nicht in überfüllten Krankenhäusern auf eine gute und rechtzeitige Behandlung warten müssen. Das ist

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 126

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, unser heutiges Musikstück kommt aus Ungarn und stammt von Zoltán Kodály: Tänze aus Galánta. „Galánta ist ein kleiner ungarischer Marktflecken an der alten Bahnstrecke Wien-Budapest, wo der Verfasser sieben Jahre seiner Kindheit verbrachte. Damals lebte dort eine berühmte, seither verschollene Zigeunerkapelle, die dem Kinde den ersten Orchesterklang vermittelte. Die Ahnen jener Zigeuner waren schon hundert Jahre vorher berühmt: bereits um 1800 erschienen in Wien einige Hefte ungarischer Tänze, darunter eines von verschiedenen Zigeunern aus Galánta. Sie überliefern altes Volksgut. Jenen Heften entstammen die Hauptmotive dieses Werkes.“ Diese Worte stellte Zoltán Kodály

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 125

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zu den populärsten Stücken von George Gershwin zählen zweifelsohne „Rhapsody in Blue“ und „Ein Amerikaner in Paris“. Aber wie sieht es mit seinem „eigentlichen“ Klavierkonzert aus? Das Concerto in F möchte ich Ihnen in der heutigen Ausgabe gerne näher vorstellen. Am 12. Februar 1924 waren in der New Yorker Aeolian Hall selbst führende Musikerpersönlichkeiten wie Sergej Rachmaninow, Jascha Heifetz, Igor Strawinsky, Leopold Stokowski und Willem Mengelberg neugierig auf die Uraufführung eines unkonventionellen Musikstücks. Die Komposition hieß „Rhapsody in Blue“, und der 25-jährige George Gershwin leitete hiermit den Weg zum sinfonischen Jazz ein.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 124

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, bestimmt ist auch Ihr Weihnachtsbaum bereits abgeschmückt und abgeholt worden, Weihnachten darf aber vielleicht noch etwas nachklingen. Da ich am Mittwoch durch verschiedene Newsletter gleich noch zwei besondere Weihnachtskonzerte entdeckt habe, möchte ich Ihnen diese in der heutigen Ausgabe nicht vorenthalten, zumal sie auch nicht ausschließlich ein reines Weihnachtsprogramm beinhalten. Das erste Konzert kommt aus der Hamburger St.-Michaelis-Kirche, dem Michel: Kent Nagano hat dort mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg ein besonderes Konzertprogramm realisiert: Das „Laudamus te“ aus der h-Moll Messe, gesungen von Dorothea Röschmann, und das graziöse Streichquintett Anton Bruckners in der

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Erstmals Marktandacht in der Stadtkirche Königslutter – 10 Minuten zur Marktzeit

In der Stadtkirche Königslutter wird ab 21. Januar 2021 jeden Donnerstag um 11 Uhr eine ökumenische  Marktandacht gefeiert. Die Glocken laden kurz vor 11 Uhr zu einer Pause im Alltag ein. Unter dem Motto „Wort und Musik“ ist Zeit zum Zuhören, Zeit für Ruhe, Zeit für eigenen Gedanken. Mit Einkaufstüte, Aktenkoffer oder Rucksack, beim Stadtbummel oder im Termindruck, in Urlaubslaune und in Alltagshektik möchten die wöchentlichen Kurzandachten mit einem kleinen Impuls und Musik Nahrung für Herz, Kopf und Seele bieten. Gerade in dieser schweren Zeit können sie Kraft und Trost schenken. Mit dem Vaterunser, Segen und Musik klingt die Marktandacht

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 123

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, noch globaler geht es kaum: Ein russischer Komponist komponiert ein spanisches Werk, und ein deutsches Orchester wird dabei von einem indischen Dirigenten geleitet. Heute erwartet Sie Nikolai Rimski-Korsakows Capriccio espagnol op. 34, es spielen die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta. Nikolai Rimski-Korsakow war ein Meister des Orchesterklangs. „Zauberer“ nannten manche Nachfolger den Russen. In seinem Capriccio espagnol ist es die von reichlich Schlagwerk geprägte Instrumentation, die viele Kritiker begeisterte – auch wenn sich der Komponist selbst gegen deren Meinung wehrte, diese sei schönes Gewand: Rimski-Korsakow legte Wert darauf,

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Ermutigungswort für den 2. Sonntag nach Epiphanias – 17. Januar 2021 von Pfarrer Thomas Posten

Liebe Leserin, lieber Leser, Endlich! An diesem Sonntag steht die wunder-volle Geschichte vom Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana im Mittelpunkt. Endlich ein Text, der uns einmal auf andere Gedanken bringen kann und uns von Corona erholen lassen will. Man begeht Hochzeit, hier ist man ausgelassen, isst und trinkt in großer Runde, Menschen ganz vieler Haushalte  und   auch   von  weiter Ferne treffen sich,  umarmen sich, tanzen, singen, sind fröhlich und feiern die Liebe und das Leben. Hier drücken keine Infektionszahlen aufs Gemüt, keine Sterbefälle machen uns traurig, hier schränken uns keine Vorschriften ein, hier ist es so, wie wir das

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 122

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute sind Ihre Schlagerkenntnisse gefragt – wer erinnert sich noch an diesen Titel? https://www.youtube.com/watch?v=Ubzj0NWDou8 Rund 20 Jahre später habe ich diesen Titel in Peter Tschaikowskys Capriccio italien op. 45 entdeckt, das 1880 entstand und zweifellos eine der berühmtesten Musik-Postkarten der Geschichte darstellt. Tschaikowsky hatte die Arbeit an diesem Werk in Rom begonnen, wo er den Winter 1879/80 mit seinem Bruder Modest und dessen jungem Schüler Kolja verbrachte. Das Stück war ursprünglich als italienische Suite über Volksmelodien geplant, wobei Glinkas spanische Fantasien teilweise als Modell dienten. Es beginnt wie der o. g. Schlager mit

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 121

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, bei Sergei Prokofjew denkt man zunächst an sein wunderbares musikalisches Märchen „Peter und der Wolf“ oder an sein Ballett „Romeo und Julia“. Längst nicht so häufig im Konzertsaal sind seine sieben Sinfonien und seine Solo-Konzerte zu erleben – eines seiner fünf Klavierkonzerte möchte ich Ihnen heute hier vorstellen: Das Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26. Sergei Prokofjew, der 1891 geboren und 1953 (am selben Tag wie Stalin!) starb, schlug als Komponist eine überaus faszinierende Brücke vom romantischen 19. ins widersprüchliche 20. Jahrhundert. Und als Pianist, so bezeugen es Aufnahmen, setzte er

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 120

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zwischen dem ersten und zweiten Lockdown war nur selten Gelegenheit für mich, wieder einmal ein Konzert zu besuchen. Die wenigen Male habe ich sehr genossen – und dabei schon eine deutliche Veränderung wahrgenommen: Das Publikum war viel aufmerksamer und stiller als vor dem Lockdown. Alles, was sich sonst zwischen den Stücken oder Sätzen einer Sinfonie im Saal abspielte, fehlte völlig: Husten, Bonbonrascheln, Unterhaltungen mit dem Nachbarn etc. – manchmal konnten einige Besucher auch während der Musik nicht darauf verzichten. Sofort muss ich an ein Stück denken, das diese Situation einmal wunderbar persifliert

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 119

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, es ist besser mit einem Lächeln ins neue Jahr zu starten als ohne – und dafür soll die erste Ausgabe dieses Newsletters im neuen Jahr 2021 sorgen. Vor wenigen Tagen bin ich auf einen berühmten Instrumental-Titel von Vangelis gestoßen, der vielen von Ihnen sicherlich bekannt ist: „Chariots of Fire“, der als Soundtrack auch für den mit vier Oscars ausgezeichneten Sportlerfilm „Die Stunde des Siegers“ (1981) verwendet wurde. Eine sehr gelungene Aufführung dieses Titels fand 2012 an ungewöhnlicher, aber doch naheliegender Stelle statt: Im Londoner Olympiastadion. Sir Simon Rattle dirigierte das Stück

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 118

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für die letzte Ausgabe dieses Newsletters in diesem Jahr kann es am Silvestertag nur ein Stück geben: Das Pendant zu „Dinner for One“ im Fernsehen ist Johann Strauß’ Operette „Die Fledermaus“ auf der Bühne: Ein Klassiker zu Silvester! Strauß’ mit Wortwitz und grandiosen Melodien gespickte Partitur, die der champagnerfreudigen High Society den Spiegel vorhält, gilt nicht ohne Grund als Höhepunkt der Goldenen Operettenära. Bis heute ist „Die Fledermaus“ die einzige Vertreterin ihrer Gattung, die an der altehrwürdigen Wiener Staatsoper aufgeführt wird. Zur Handlung: Gabriel von Eisenstein muss wegen Beamtenbeleidigung ein paar Tage

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 117

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, kurz vor Jahresende soll heute noch ein besonderer Konzertmitschnitt folgen: Das Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll op. 30 von Sergej Rachmaninow, das schon immer als Meilenstein einer jeden Pianisten-Karriere galt. Der Komponist riegelte sich im Sommer 1909 vollkommen von der Außenwelt ab. Auf seinem Landgut Iwanowka in Zentralrussland arbeitete er an seinem dritten Klavierkonzert. Das Werk musste bald fertig sein, denn für den 28. November war die Uraufführung in der New Yorker Carnegie Hall angesetzt. Rachmaninow gelang die Fertigstellung auf die letzte Sekunde. Zur Üben blieb kaum Zeit, und so nutzte Rachmaninow

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 116

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute, am Heiligen Abend 2020, bleibe ich bei einer ganz konventionellen Musikempfehlung: Die passendste Musik zum Weihnachtsfest ist auch in diesem besonderen Jahr für mich nichts anderes als das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. In den zurückliegenden Jahrzehnten habe ich in der Regel am Heiligen Abend vier Gottesdienste gespielt – drei vom Nachmittag bis zum frühen Abend und noch einen Spätgottesdienst in der Nacht. Seit meiner Zeit in Königslutter ist der dritte Gottesdienst mit der Propsteikantorei in der Stadtkirche für mich der eigentliche Höhepunkt des Tages. Das Singen von Chören und Chorälen aus Bachs

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 115

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, die Weihnachtstage rücken näher – und für viele Menschen gehört Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium zu den Festtagen dazu, auch wenn der Heilige Abend wohl in diesem Jahr aufgrund der zahlreichen Gottesdienstabsagen eher eine sehr stille Nacht werden wird und wir von „Jauchzet, frohlocket“ gefühlt sehr weit entfernt sind. Daher möchte ich Ihnen heute in dieser Ausgabe ein anderes Weihnachtsoratorium empfehlen: Das Oratorio de Noël op. 12 von Camille Saint-Saëns – vor einem Jahr war geplant, dass wir es mit der Propsteikantorei Königslutter im diesjährigen Weihnachtskonzert aufführen würden. Nachdem Saint-Saëns 1858 das Amt

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Ermutigungswort zum Heiligen Abend

Weihnachten – in Corona- Zeiten? Ich weiß noch sehr gut, wie ich doch lachen musste als einer im März zu Beginn des Lockdowns sagte: „Was werden wir uns freuen, wenn wir uns alle beim Weihnachtsmarkt wieder in die Arme fallen dürfen!“ Weit gefehlt und jetzt bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt: ich umarme keinen und einen Weihnachtsmarkt gab es nicht. Die Einschränkungen der letzten Wochen haben Menschen noch einmal richtig in die Knie gehen lassen. Auch in den Kirchengemeinden wurde gerungen und diskutiert über unsere Angebote zu Weihnachten. Wir wissen, wir haben die Aufgabe von Gottes Kommen

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Spenden an Brot für die Welt

In diesem Jahr fallen für Brot für die Welt viele Kollekten der Weihnachtsgottesdienste weg. Diese wichtige Arbeit ist aber auf Spenden angewiesen. Wir unterstützen daher sehr gern den Aufruf zur Onlinespende ! Alle Infos und direkt spenden unter: http://brot-fuer-die-welt.de/spenden  

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Musik in schweiriegen Zeiten-Folge 114

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für den heutigen Vorabend zum 4. Advent war eine gekürzte Version von Händels „Messias“ als Weihnachtskonzert im Kaiserdom vorgesehen. Wenigstens auf diesem Wege möchte ich Ihnen heute dieses Werk vorstellen: Bei Blasphemie mag man an vieles denken, aber sicher nicht an Händels „Messias“. Doch das Londoner Publikum war seinerzeit „not amused“: Ein Oratorium aus Bibelzitaten als Abendunterhaltung im Theater? No way! Geht gar nicht! Da wagte es 1742 dieser abgehalfterte Opernkomponist Georg Friedrich Händel doch tatsächlich, ein Oratorium mit dem Titel „Messias“ als „Entertainment“-Veranstaltung im irischen Dublin aufzuführen. Mit vorwiegend alttestamentarischen

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 113

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute kann nur ein Komponist im Mittelpunkt des Newsletters stehen: Ludwig van Beethoven wäre heute 250 Jahre alt geworden. Bevor ich am Schluss gerne auf ein besonderes Konzert hinweise, das heute live aus Bonn übertragen wird, soll hier zunächst die heutige Musikempfehlung folgen: Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37, das ich vor rund zehn Jahren selbst einmal leiten durfte, Ludwig van Beethoven war ein ausgezeichneter Pianist und Meister der Improvisation. Bei den Aufführungen seiner Klavierwerke saß er oft selbst als Solist am Flügel, so auch bei der Uraufführung seines dritten

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digitale Angebote zu Weihnachten

In diesem Jahr ist vielen anders – auch Weihnachten. Die Botschaft bleibt natürlich gleich und ist in diesem Jahr besonders stark: Fürchtet euch nicht! Und trotzdem: Viele von uns feiern Christi Geburt in anderer Form als sonst. Wir möchten trotzdem mit Ihnen feiern! Neben den persönlichen Gottesdiensten in den Ortsgemeinden, haben viele von uns auch digitale Angebote vorbereitet. Dazu laden wir Sie und Euch ganz herzlich ein! Auf unserem YouTube-Kanal, an Weihnachten, 24.12.2020 ab 14.00 Uhr!

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Ermutigungswort zum 4. Advent

Ich bat die Konfis einmal zu überlegen, wie dieser Stall in unserer heutigen Welt aussehen könnte. Eine Konfirmandin sagte: „Jesus würde wahrscheinlich auf einer Mülldeponie geboren werden.“ Ein anderer: „Oder in einer dreckigen U-Bahn.“ Das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf, wie ich finde. Jesus wird an einem unmenschlichen Ort geboren. Und: Er wird auch an einem unmenschlichen Ort sterben. Mit Mitte dreißig. Wie ist zu erklären, dass wir – 2000 Jahre später – uns diese Geschichte noch erzählen? Sie lebendig halten? Beachten wir denn sonst die Geschichten der Verarmten und Erniedrigten dieser Welt? Ich glaube, wir beachten deshalb

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 112

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, die New Yorker Carnegie Hall ist zweifelsohne einer der schönsten und traditionsreichsten Konzertsäle der Welt. Benny Goodmans berühmtes Jazzkonzert aus dem Jahr 1938 ist genauso unvergessen wie die Young People’s Concerts von Leonard Bernstein und den New Yorker Philharmonikern. Und wenn der folgende Satz für New York gilt, dann gilt er insbesondere für die Carnegie Hall: „If I can make it there I’ll make it anywhere.“ Wer dort auftritt, dem stehen alle Türen offen. Wir sind mitten in der Adventszeit – und für viele Menschen gehören bestimmte Schallplatten oder CDs zum

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