„Bach appassionato“ zum Sonntag Laetare am 14. März 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik,
„Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“ – für den Sonntag Laetare („Freue dich“) habe ich die Bach-Kantate BWV 159 ausgewählt. Sie entstand zum Sonntag Estomihi („Sei mir“, nach Psalm 31, 3: „Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!“) und wurde vermutlich am 27. Februar 1729 zum ersten Mal aufgeführt. Im Zentrum des von Christian Friedrich Henrici (Picander) gedichteten und 1728 gedruckten Librettos steht denn auch der Vorausblick auf Jesu Opfergang und zugleich das Nachdenken über dessen Konsequenzen für den einzelnen Gläubigen und seine persönliche Nachfolge. Für den titelgebenden Eingangssatz wird der Bibeltext aus Lukas 18, 31 übernommen, Satz 2 verarbeitet die Choralstrophe “Ich will hier bei dir stehen” (1656) von Paul Gerhardt. Der Schlusschoral wurde aus dem Lied “Jesu Kreuz, Leiden und Pein” (1633) von Paul Stockmann gewählt.
Die Besetzung der Kantate ist eher klein und sieht neben dem vierstimmigen Chor (nur im Schlusschoral) drei Vokalsolisten (Alt, Tenor und Bass) vor sowie ein Orchester aus Oboe, Streichern und Continuo. Der ariose Auftakt der Kantate lässt gleich zu Anfang des Werkes die Stimme Christi erklingen, der damit seinen Passionsweg ankündigt.
Unser heutiger Konzertmitschnitt entstand in der Domkirche in Utrecht am 26. August 2012. Es singen und musizieren Margot Oitzinger (Alt), Virgil Hartinger (Tenor), Mauro Borgioni (Bass), das Collegium Vocale der Salzburger Bachgesellschaft und La Divina Armonia unter der Leitung von Lorenzo Ghielmi:

Ihnen allen einen schönen Sonntag mit herzlichen Urlaubsgrüßen aus Braunschweig
Matthias Wengler