Musik in schwierigen Zeiten-Folge 138

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute wird es mörderisch – der dem Wahnsinn verfallene Pianist Lord Edward Lebanon liefert uns heute das Musikstück des Tages. Viele werden den Namen nicht sofort mit einem der großen Pianisten der Vergangenheit in Verbindung bringen, aber der folgende Trailer klärt sicherlich schnell viele offene Fragen: https://www.youtube.com/watch?v=u83CfBVsN6g Hans Clarin, der viele Jahre später mein Herz als Stimme des Schlossgespenstes Hui Buh und des Kobolds Pumuckl eroberte, spielte 1963 in diesem Edgar-Wallace-Film den unglücklichen Musiker. Wie ein roter Faden zieht sich durch den ganzen Film Frédéric Chopins Fantaisie-Impromptu cis-Moll op. 66; bereits

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 137

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Ballettmusik kam bisher nur selten in diesem Newsletter vor – heute soll sie zum Zuge kommen: Sehr oft war Leonard Bernstein als Dirigent schon mit Musikempfehlungen vertreten, heute soll sein erster großer Öffentlichkeitserfolg, der am 18. April 1944 in der alten Metropolitan Opera in New York in einer Choreographie von Jerome Robbins erstmals auf die Bühne kam, im Mittelpunkt stehen: Das Ballett „Fancy Free“. Das Stück spielt während des Zweiten Weltkriegs in Amerika. Bevor der Vorhang aufgeht, hört man aus einer Jukebox den Blues „Big Stuff“, der im Original von Billie Holiday

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 136

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, der finnische Komponist Jean Sibelius wurde in seiner Heimat als musikalische Identifikationsfigur wahrgenommen. Er galt als Ikone, mit der man international Aufmerksamkeit erregen konnte. 1899/1900 hatte Sibelius mit seiner Tondichtung „Finlandia“ eine Art Nationalhymne geschaffen – eine Hymne für ein Land, das eigentlich noch gar nicht existierte: Finnland blieb bis 1917 Teil des großrussischen Reiches. Spätestens seit „Finlandia“ galt Sibelius als der größte Sohn des Landes, ihm huldigte man mit einem offiziellen Feiertag: Am 8. Dezember 1915 stand anlässlich Sibelius’ 50. Geburtstags die Arbeit im ganzen Land still. Stattdessen wurde ein

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 135

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, seine „Rhapsody in Blue“ zählt zu den populärsten Werken der 20. Jahrhunderts, aber wie sieht es eigentlich mit Musik für Klavier solo von George Gershwin aus? Heute stelle ich Ihnen gerne seine „Three Preludes“ vor. Gershwin spielte sie erstmals öffentlich am 4. Dezember 1926 im Roosevelt Hotel in New York. Sie waren das etwas magere Resultat seines verwegenen Plans, 24 Klavierpräludien in allen Tonarten zu schreiben – nach dem Vorbild von Bach und Chopin. Sieben Präludien konnte der junge, im klassischen Metier noch wenig erfahrene Komponist vollenden, von denen er zwei

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 134

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, seit Jahrhunderten ist er eine der berühmtesten Figuren unser Region: Till Eulenspiegel, der Schelm aus dem Braunschweiger Land. Die Marktfrauen ärgerten sich, der Bäcker schäumte vor Wut, und die Gelehrten waren mehr als einmal verwundert – die Herzen aber schlagen für Till Eulenspiegel, den unsterblichen Spaßmacher. Seine Geschichten und Streiche spielten überwiegend in dieser Region, aber auch die Bürger von Berlin, Ulm, Nürnberg, Rom und Prag waren seinen Taten ausgeliefert. Geboren sein soll er um das Jahr 1300 in Kneitlingen am Elm. Seine letzte Ruhe fand er hingegen 1350 in Mölln.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 133

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zu den beliebtesten Kantaten, die Johann Sebastian Bach komponiert hat, zählt „Ich habe genug“ BWV 82. Sie wurde 1727 für das Fest der Reinigung der Jungfrau Maria geschrieben (2. Februar – Mariä Lichtmess), das 1727 am vierten Sonntag nach dem Dreikönigsfest fiel. 1727 war auch das Uraufführungsjahr der Matthäus-Passion. Seit ihrer Wiederentdeckung 1829 durch Felix Mendelssohn entwickelte sie sich zum Herzstück unserer Musikkultur. Dass die Kantate „Ich habe genug“ heute zu den populärsten der rund 200 erhaltenen Bach-Kantaten zählt, mag auch mit ihrer Nähe zu dieser Passion zu tun haben. Wichtiger als

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 132

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, in Folge 64 habe ich Ihnen schon einmal eine Suite aus Richard Strauss Oper „Der Rosenkavalier“ vorgestellt – heute soll der Schluss der Oper, Terzett und Finale des 3. Aktes, im Mittelpunkt stehen – es ist einer der absoluten Höhepunkte der gesamten Operngeschichte. Eine „Mozart-Oper“ werde er schreiben, verkündete Richard Strauss, als Hugo von Hofmannsthal ihm sein neues Libretto versprach. Die turbulente Geschichte mit „bunter, fast pantomimisch durchsichtiger Handlung“ wurde am 26. Januar 1911 in Dresden bei der Premiere stürmisch bejubelt. Bis heute ist der „Rosenkavalier“ eine der meistgespielten Opern des

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge131

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, drei Hinweise genügen, um das heutige Musikstück einzugrenzen: Eine Orgel, ein amerikanischer Komponist und ein musikalisches Thema, das vor allem als Nationalhymne bekannt ist – dafür kommt nur ein Werk in Frage: Variations on „America“ von Charles Ives. Vielleicht haben Sie es letzte Woche schon im Orgel-Kurzkonzert aus der Essener Philharmonie entdeckt, als ich Ihnen Zsolt Gárdonyis „Mozarts Changes“ vorgestellt habe. Charles Ives gilt als Begründer einer genuin amerikanischen Musiksprache und ist in nahezu jeder Beziehung ein Sonderfall der Musikgeschichte. Nach seiner musikalischen Ausbildung am Konservatorium wurde er Versicherungsmakler, um nur

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 130

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, in der letzten Ausgabe habe ich Ihnen einen Konzertausschnitt vorgestellt, bei dem ich das Glück hatte, im Saal dabei zu sein. Manuel de Fallas „Nächte in spanischen Gärten“ standen nach der Konzertpause auf dem Programm, aber auch der erste Konzertteil verdient es, hier erwähnt zu werden. Und somit ist die heutige Ausgabe einem Solokonzert gewidmet, dessen Finalsatz einmal als „Polonaise für Eisbären“ bezeichnet worden ist: Das Violinkonzert d-Moll op. 47 von Jean Sibelius – keine schlechte Wahl für die zu erwartenden eisigen Temperaturen an diesem Wochenende. Keinem skandinavischen Komponisten sind Klischee-Zuschreibungen wohl mehr

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 129

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, falls Ihnen die heutige Ausgabe spanisch vorkommen sollte, ist dies beabsichtigt, denn heute dreht sich alles um Manuel de Fallas „Nächte in spanischen Gärten“. Entstanden während seines langjährigen Aufenthalts in Paris, sind diese drei sinfonischen Impressionen für Klavier und Orchester ein expressives Werk, das die südspanischen Gärten, die in europäischer und arabisch-maurischer Tradition angelegt sind, musikalisch zum Leben erweckt. „In Paris habe ich 7 unvergessliche Jahre verbracht. Debussy, Ravel, Schmitt und Dukas waren meine besten Freunde, besonders Dukas. Er trieb mich zum Komponieren an, er machte meine Werke in Paris bekannt.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 128

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Mozarts letzte Klaviersonate, die Sonate Nr. 18 D-Dur KV 576, dient heute als Ausgangsbasis für ein Orgelwerk, das auf Mozarts Sonate Bezug nimmt. Die sogenannte „Jagd“-Sonate entstand 1789 in Wien und spiegelt die ganze Komplexität von Mozarts Spätstil wieder. Sie entstand im Anschluss an die Berlin-Reise und ist in ihrer Kontrapunktik geprägt durch die Nähe zu Bach. Gedacht war sie mit noch fünf weiteren Sonaten für die Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II, Prinzessin Friederike. Warum nur diese eine Sonate vollendet wurde, ist nicht bekannt. Möglicherweise hatte Mozart erkannt, dass die Prinzessin

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 127

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, mit Temperament und Schwung möchte ich Sie in das vorliegende Wochenende mit einer Sinfonie geleiten, die viel zu selten auf den Konzertprogrammen erscheint: George Bizets Sinfonie Nr. 1 C-Dur. So wie Bizets bekannteste Oper „Carmen“ erst nach seinem Tod ihren Siegeszug um die Welt antrat, verhielt es sich auch mit seiner C-Dur-Sinfonie; sie wurde überhaupt erst 1935 uraufgeführt. Bizet schrieb sie innerhalb weniger Wochen mit 17 Jahren als Student des Pariser Conservatoire, wo er bereits mit neun Jahren eingeschrieben war und später Meisterschüler von Charles Gounod und Froméntal Halévy wurde. Möglicherweise stellte

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 126

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, unser heutiges Musikstück kommt aus Ungarn und stammt von Zoltán Kodály: Tänze aus Galánta. „Galánta ist ein kleiner ungarischer Marktflecken an der alten Bahnstrecke Wien-Budapest, wo der Verfasser sieben Jahre seiner Kindheit verbrachte. Damals lebte dort eine berühmte, seither verschollene Zigeunerkapelle, die dem Kinde den ersten Orchesterklang vermittelte. Die Ahnen jener Zigeuner waren schon hundert Jahre vorher berühmt: bereits um 1800 erschienen in Wien einige Hefte ungarischer Tänze, darunter eines von verschiedenen Zigeunern aus Galánta. Sie überliefern altes Volksgut. Jenen Heften entstammen die Hauptmotive dieses Werkes.“ Diese Worte stellte Zoltán Kodály

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 125

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zu den populärsten Stücken von George Gershwin zählen zweifelsohne „Rhapsody in Blue“ und „Ein Amerikaner in Paris“. Aber wie sieht es mit seinem „eigentlichen“ Klavierkonzert aus? Das Concerto in F möchte ich Ihnen in der heutigen Ausgabe gerne näher vorstellen. Am 12. Februar 1924 waren in der New Yorker Aeolian Hall selbst führende Musikerpersönlichkeiten wie Sergej Rachmaninow, Jascha Heifetz, Igor Strawinsky, Leopold Stokowski und Willem Mengelberg neugierig auf die Uraufführung eines unkonventionellen Musikstücks. Die Komposition hieß „Rhapsody in Blue“, und der 25-jährige George Gershwin leitete hiermit den Weg zum sinfonischen Jazz ein.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 124

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, bestimmt ist auch Ihr Weihnachtsbaum bereits abgeschmückt und abgeholt worden, Weihnachten darf aber vielleicht noch etwas nachklingen. Da ich am Mittwoch durch verschiedene Newsletter gleich noch zwei besondere Weihnachtskonzerte entdeckt habe, möchte ich Ihnen diese in der heutigen Ausgabe nicht vorenthalten, zumal sie auch nicht ausschließlich ein reines Weihnachtsprogramm beinhalten. Das erste Konzert kommt aus der Hamburger St.-Michaelis-Kirche, dem Michel: Kent Nagano hat dort mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg ein besonderes Konzertprogramm realisiert: Das „Laudamus te“ aus der h-Moll Messe, gesungen von Dorothea Röschmann, und das graziöse Streichquintett Anton Bruckners in der

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Erstmals Marktandacht in der Stadtkirche Königslutter – 10 Minuten zur Marktzeit

In der Stadtkirche Königslutter wird ab 21. Januar 2021 jeden Donnerstag um 11 Uhr eine ökumenische  Marktandacht gefeiert. Die Glocken laden kurz vor 11 Uhr zu einer Pause im Alltag ein. Unter dem Motto „Wort und Musik“ ist Zeit zum Zuhören, Zeit für Ruhe, Zeit für eigenen Gedanken. Mit Einkaufstüte, Aktenkoffer oder Rucksack, beim Stadtbummel oder im Termindruck, in Urlaubslaune und in Alltagshektik möchten die wöchentlichen Kurzandachten mit einem kleinen Impuls und Musik Nahrung für Herz, Kopf und Seele bieten. Gerade in dieser schweren Zeit können sie Kraft und Trost schenken. Mit dem Vaterunser, Segen und Musik klingt die Marktandacht

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 123

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, noch globaler geht es kaum: Ein russischer Komponist komponiert ein spanisches Werk, und ein deutsches Orchester wird dabei von einem indischen Dirigenten geleitet. Heute erwartet Sie Nikolai Rimski-Korsakows Capriccio espagnol op. 34, es spielen die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta. Nikolai Rimski-Korsakow war ein Meister des Orchesterklangs. „Zauberer“ nannten manche Nachfolger den Russen. In seinem Capriccio espagnol ist es die von reichlich Schlagwerk geprägte Instrumentation, die viele Kritiker begeisterte – auch wenn sich der Komponist selbst gegen deren Meinung wehrte, diese sei schönes Gewand: Rimski-Korsakow legte Wert darauf,

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Ermutigungswort für den 2. Sonntag nach Epiphanias – 17. Januar 2021 von Pfarrer Thomas Posten

Liebe Leserin, lieber Leser, Endlich! An diesem Sonntag steht die wunder-volle Geschichte vom Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana im Mittelpunkt. Endlich ein Text, der uns einmal auf andere Gedanken bringen kann und uns von Corona erholen lassen will. Man begeht Hochzeit, hier ist man ausgelassen, isst und trinkt in großer Runde, Menschen ganz vieler Haushalte  und   auch   von  weiter Ferne treffen sich,  umarmen sich, tanzen, singen, sind fröhlich und feiern die Liebe und das Leben. Hier drücken keine Infektionszahlen aufs Gemüt, keine Sterbefälle machen uns traurig, hier schränken uns keine Vorschriften ein, hier ist es so, wie wir das

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 122

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute sind Ihre Schlagerkenntnisse gefragt – wer erinnert sich noch an diesen Titel? https://www.youtube.com/watch?v=Ubzj0NWDou8 Rund 20 Jahre später habe ich diesen Titel in Peter Tschaikowskys Capriccio italien op. 45 entdeckt, das 1880 entstand und zweifellos eine der berühmtesten Musik-Postkarten der Geschichte darstellt. Tschaikowsky hatte die Arbeit an diesem Werk in Rom begonnen, wo er den Winter 1879/80 mit seinem Bruder Modest und dessen jungem Schüler Kolja verbrachte. Das Stück war ursprünglich als italienische Suite über Volksmelodien geplant, wobei Glinkas spanische Fantasien teilweise als Modell dienten. Es beginnt wie der o. g. Schlager mit

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 121

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, bei Sergei Prokofjew denkt man zunächst an sein wunderbares musikalisches Märchen „Peter und der Wolf“ oder an sein Ballett „Romeo und Julia“. Längst nicht so häufig im Konzertsaal sind seine sieben Sinfonien und seine Solo-Konzerte zu erleben – eines seiner fünf Klavierkonzerte möchte ich Ihnen heute hier vorstellen: Das Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26. Sergei Prokofjew, der 1891 geboren und 1953 (am selben Tag wie Stalin!) starb, schlug als Komponist eine überaus faszinierende Brücke vom romantischen 19. ins widersprüchliche 20. Jahrhundert. Und als Pianist, so bezeugen es Aufnahmen, setzte er

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 120

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zwischen dem ersten und zweiten Lockdown war nur selten Gelegenheit für mich, wieder einmal ein Konzert zu besuchen. Die wenigen Male habe ich sehr genossen – und dabei schon eine deutliche Veränderung wahrgenommen: Das Publikum war viel aufmerksamer und stiller als vor dem Lockdown. Alles, was sich sonst zwischen den Stücken oder Sätzen einer Sinfonie im Saal abspielte, fehlte völlig: Husten, Bonbonrascheln, Unterhaltungen mit dem Nachbarn etc. – manchmal konnten einige Besucher auch während der Musik nicht darauf verzichten. Sofort muss ich an ein Stück denken, das diese Situation einmal wunderbar persifliert

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 119

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, es ist besser mit einem Lächeln ins neue Jahr zu starten als ohne – und dafür soll die erste Ausgabe dieses Newsletters im neuen Jahr 2021 sorgen. Vor wenigen Tagen bin ich auf einen berühmten Instrumental-Titel von Vangelis gestoßen, der vielen von Ihnen sicherlich bekannt ist: „Chariots of Fire“, der als Soundtrack auch für den mit vier Oscars ausgezeichneten Sportlerfilm „Die Stunde des Siegers“ (1981) verwendet wurde. Eine sehr gelungene Aufführung dieses Titels fand 2012 an ungewöhnlicher, aber doch naheliegender Stelle statt: Im Londoner Olympiastadion. Sir Simon Rattle dirigierte das Stück

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 118

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für die letzte Ausgabe dieses Newsletters in diesem Jahr kann es am Silvestertag nur ein Stück geben: Das Pendant zu „Dinner for One“ im Fernsehen ist Johann Strauß’ Operette „Die Fledermaus“ auf der Bühne: Ein Klassiker zu Silvester! Strauß’ mit Wortwitz und grandiosen Melodien gespickte Partitur, die der champagnerfreudigen High Society den Spiegel vorhält, gilt nicht ohne Grund als Höhepunkt der Goldenen Operettenära. Bis heute ist „Die Fledermaus“ die einzige Vertreterin ihrer Gattung, die an der altehrwürdigen Wiener Staatsoper aufgeführt wird. Zur Handlung: Gabriel von Eisenstein muss wegen Beamtenbeleidigung ein paar Tage

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 117

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, kurz vor Jahresende soll heute noch ein besonderer Konzertmitschnitt folgen: Das Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll op. 30 von Sergej Rachmaninow, das schon immer als Meilenstein einer jeden Pianisten-Karriere galt. Der Komponist riegelte sich im Sommer 1909 vollkommen von der Außenwelt ab. Auf seinem Landgut Iwanowka in Zentralrussland arbeitete er an seinem dritten Klavierkonzert. Das Werk musste bald fertig sein, denn für den 28. November war die Uraufführung in der New Yorker Carnegie Hall angesetzt. Rachmaninow gelang die Fertigstellung auf die letzte Sekunde. Zur Üben blieb kaum Zeit, und so nutzte Rachmaninow

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 116

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute, am Heiligen Abend 2020, bleibe ich bei einer ganz konventionellen Musikempfehlung: Die passendste Musik zum Weihnachtsfest ist auch in diesem besonderen Jahr für mich nichts anderes als das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. In den zurückliegenden Jahrzehnten habe ich in der Regel am Heiligen Abend vier Gottesdienste gespielt – drei vom Nachmittag bis zum frühen Abend und noch einen Spätgottesdienst in der Nacht. Seit meiner Zeit in Königslutter ist der dritte Gottesdienst mit der Propsteikantorei in der Stadtkirche für mich der eigentliche Höhepunkt des Tages. Das Singen von Chören und Chorälen aus Bachs

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 115

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, die Weihnachtstage rücken näher – und für viele Menschen gehört Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium zu den Festtagen dazu, auch wenn der Heilige Abend wohl in diesem Jahr aufgrund der zahlreichen Gottesdienstabsagen eher eine sehr stille Nacht werden wird und wir von „Jauchzet, frohlocket“ gefühlt sehr weit entfernt sind. Daher möchte ich Ihnen heute in dieser Ausgabe ein anderes Weihnachtsoratorium empfehlen: Das Oratorio de Noël op. 12 von Camille Saint-Saëns – vor einem Jahr war geplant, dass wir es mit der Propsteikantorei Königslutter im diesjährigen Weihnachtskonzert aufführen würden. Nachdem Saint-Saëns 1858 das Amt

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Musik in schweiriegen Zeiten-Folge 114

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für den heutigen Vorabend zum 4. Advent war eine gekürzte Version von Händels „Messias“ als Weihnachtskonzert im Kaiserdom vorgesehen. Wenigstens auf diesem Wege möchte ich Ihnen heute dieses Werk vorstellen: Bei Blasphemie mag man an vieles denken, aber sicher nicht an Händels „Messias“. Doch das Londoner Publikum war seinerzeit „not amused“: Ein Oratorium aus Bibelzitaten als Abendunterhaltung im Theater? No way! Geht gar nicht! Da wagte es 1742 dieser abgehalfterte Opernkomponist Georg Friedrich Händel doch tatsächlich, ein Oratorium mit dem Titel „Messias“ als „Entertainment“-Veranstaltung im irischen Dublin aufzuführen. Mit vorwiegend alttestamentarischen

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 113

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute kann nur ein Komponist im Mittelpunkt des Newsletters stehen: Ludwig van Beethoven wäre heute 250 Jahre alt geworden. Bevor ich am Schluss gerne auf ein besonderes Konzert hinweise, das heute live aus Bonn übertragen wird, soll hier zunächst die heutige Musikempfehlung folgen: Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37, das ich vor rund zehn Jahren selbst einmal leiten durfte, Ludwig van Beethoven war ein ausgezeichneter Pianist und Meister der Improvisation. Bei den Aufführungen seiner Klavierwerke saß er oft selbst als Solist am Flügel, so auch bei der Uraufführung seines dritten

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 112

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, die New Yorker Carnegie Hall ist zweifelsohne einer der schönsten und traditionsreichsten Konzertsäle der Welt. Benny Goodmans berühmtes Jazzkonzert aus dem Jahr 1938 ist genauso unvergessen wie die Young People’s Concerts von Leonard Bernstein und den New Yorker Philharmonikern. Und wenn der folgende Satz für New York gilt, dann gilt er insbesondere für die Carnegie Hall: „If I can make it there I’ll make it anywhere.“ Wer dort auftritt, dem stehen alle Türen offen. Wir sind mitten in der Adventszeit – und für viele Menschen gehören bestimmte Schallplatten oder CDs zum

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 111

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, das Jahresende rückt immer näher, und wir sind längst mittendrin in einer ganzen Reihe von Rück- und Ausblicken auf vergangene und zukünftige Zeiten. Daher soll heute ein Stück im Mittelpunkt stehen, das zu den zeitlosen Klassik-Rennern zählt und wohl niemals unpopulär werden wird: „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Über die Eigenschaften der Jahreszeiten hat sich Antonio Vivaldi seine eigenen musikalischen Gedanken gemacht und sie in vier Violinkonzerten zusammengefasst. Es zieht kaum ein Sommer ins Land, ohne dass er eine Neuaufnahme von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ mit sich bringt. Nur wenige große Geiger

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 110

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute möchte ich Ihnen ein Stück vorstellen, das ich 1985 durch Helmut Schmidt kennengelernt habe – Kaffeehausmusik der besonderen Art: Für die Einspielung der Konzerte für zwei, drei und vier Klaviere (bzw. Cembali), die anlässlich des 300. Geburtstags von Johann Sebastian Bach in Hamburg entstand, holten sich Justus Frantz, Christoph Eschenbach und Gerhard Oppitz noch den Alt-Bundeskanzler als prominenten Partner. Die Aufnahme verkauft sich bis heute sehr gut, hier der 1. Satz aus dem Konzert für vier Klaviere a-moll BWV 1065: https://www.youtube.com/watch?v=urLmzJVT4qc Das vollständige Konzert, das gerade einmal 10 Minuten dauert, ist

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 109

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, in dieser Ausgabe wird es schon einmal weihnachtlich: Vor genau zwei Jahren habe ich eine Woche Urlaub in London verbracht und dabei so viele Konzert- und Theaterbesuche mitgenommen wie nur möglich. Dazu zählte auch ein Abend in der Londoner Royal Albert Hall, die schon so oft in dieser Reihe vorgekommen ist. Bis zum letzten Jahr waren dort die Singalong-Christmas-Konzerte mit John Rutter schon zur Tradition geworden – zweimal an einem Tag besuchten jeweils 5.000 Personen das bunte Weihnachtsprogramm, bei dem das Mitsingen im Publikum an bestimmten Stellen zur Pflicht gehört. Jeder,

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 108

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zu den Werken, auf die ich in meinem Leben nicht verzichten könnte, gehört Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“, der mich schon seit vielen Jahren durchs Leben begleitet. Generationen von Liedsängern haben sich bereits mit diesem Werk auseinandergesetzt, und ich selbst werde nicht müde, mir immer wieder neue Aufnahmen anzuhören oder Konzerte zu besuchen – als Interpret wird man mit diesem Werk wohl niemals fertig. Als einen „Zyklus schauerlicher Lieder“ kündigte Franz Schubert seinen Freunden im Frühjahr 1827 die ersten 12 Gesänge der Winterreise an. Als er sie ihnen „mit bewegter Stimme“ vortrug,

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 107

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, vor einigen Wochen erhielt ich über eine Chorsängerin einen Hinweis über ein besonderes Musikvideo, das im Kaiserdom in Königslutter aufgezeichnet wurde – und schon stand der Inhalt für eine weitere Ausgabe dieses Newsletters fest: Heute geht es um die sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach. Die sechs Cellosuiten sind so etwas wie die Königsdisziplin für Cellisten. Es ist nicht leicht, hier eine eigene Interpretation dieser Werke zu finden, da es kein Autograph gibt. Die frühesten Quellen von Bachs Cellosuiten werfen ein bezeichnendes Licht auf die Lebensumstände in der Leipziger Kantorenwohnung, in

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 106

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, spricht man von der Klavierballade als sich eigenständig etablierende Instrumentalgattung des 19. Jahrhunderts, kommt man nicht daran vorbei, Frédéric Chopin mit seinen vier Balladen als Schlüsselfigur zu sehen. Seine Ballade Nr.1 g-Moll op. 23, die um 1835 entstand, ist das erste großangelegte Instrumentalstück, das diesen Titel trägt. Inspirationsquelle für Chopin dürften hier die literarischen Balladen („Litauische Balladen“) des polnischen Schriftstellers Adam Mickiewicz gewesen sein. Chopins Balladen sind in jedem Fall strukturell einzigartige Gebilde der Hochromantik, deren Kern der heroischen Legende oder Dichtung entnommen wurde. Die Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23 ist

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 105

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, am ersten Adventswochenende soll heute festliche Chormusik in dieser Ausgabe erklingen: Johann Sebastian Bachs Magnificat D-Dur BWV 243. Das Magnificat – der „Lobgesang der Maria“ (Lukas 1, 46–55) –  ist einer der drei großen neutestamentlichen Gesänge (Cantica), die an die Tradition des Psalmengesangs anknüpfen. Er gehört in einen größeren Erzählzusammenhang mit der Weihnachtsgeschichte, so wie sie beim Evangelisten Lukas berichtet wird. Der Gesang wird von der schwangeren Maria angestimmt, als sie kurz nach der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel ihre Verwandte Elisabeth besucht und von ihr als „Mutter

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 104

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, erneut hat mich vor einigen Wochen der junge Trompeter Simon Höfele mit einer CD-Veröffentlichung begeistert. Mit nur 25 Jahren ist er Teil einer jungen Künstler-Generation, die sich dadurch auszeichnet, experimentierfreudig bekannt geglaubte Genre-Grenzen zu sprengen. Sein Faible ist die Analog-Fotografie, er engagiert sich in der Nachwuchsförderung und spielt Jazz ebenso gerne wie Klassik. Von 2017-2019 war er New Generation Artist des BBC Radio 3. Mit zwei Orchestern der BBC hat er das Album „Standards“ aufgenommen, das gewissermaßen als Erinnerung an diese Zeit dienen soll. Neben den Klassikern seines Instruments, den Trompetenkonzerten

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 103

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Reisen bildet – und inspiriert auch zu Musik: Auf Vorschlag von Ignaz Moscheles war England die erste Station der mehrjährigen Bildungsreisen des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy. Im April 1829 traf er in London ein, wo er sich aufgrund von Empfehlungsschreiben und Konzerten schnell einen bedeutenden Ruf verschaffte. Er knüpfte sofort enge Beziehungen zu englischen Musikerkreisen, was dazu führte, dass er zwischen 1829 und 1847 weitere neunmal nach England reiste. Am Ende der Saison brach er mit seinem Freund Karl Klingemannn zu einer Wanderung durch das Schottische Hochland auf. In den Highlands

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 102

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, im Februar 1817 schrieb der zwanzigjährige Franz Schubert ein Lied nach Versen von Matthias Claudius: Der Tod und das Mädchen. Der Text mobilisiert alte mythische Bilder: Tod und Jugend, Tod und Schönheit, die Entrückung derer, die das Leben noch nicht beschädigt hat. Wie viele seiner frühen Lieder legte Schubert auch dieses als Szene an – musikalisch mutig: Die Melodie erscheint oftmals räumlich aufgelöst, man weiß häufig nicht, in welcher Stimme man sie suchen soll, und doch ist sie greifbar. Das berühmte Lied können Sie hier in einer sehr privaten Aufführung erleben

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 99

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, der 9. November war für Deutschland immer wieder ein geschichtsträchtiger Tag, zuletzt 1989, als die Berliner Mauer fiel. An ein besonderes Konzert, das am 12. November 1989 stattfand, in Rekordzeit organisiert wurde und Musikgeschichte geschrieben hat, möchte ich heute erinnern. Die Berliner Philharmoniker spielten an diesem Sonntagvormittag ein Gratis-Konzert für die Besucher aus der DDR in der (West-)Berliner Philharmonie; auf dem Programm stand Beethovens 1. Klavierkonzert  und – nach der Pause – die Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92  um die es heute gehen soll. Dirigent und Solist war Daniel Barenboim,

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 98

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute möchte ich Ihnen eines der bekanntesten Orgelwerke der französischen Literatur vorstellen – und ein besonderes Instrument. Das Werk: Carillon de Westminster aus den „24 Pièces de Fantaisie“ von Louis Vierne, gespielt an der Hauptorgel der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Die Kirche hat im vergangenen Jahr weltweit Schlagzeilen gemacht. Bei dem Großbrand am 15./16. April 2019 wurde das historische Bauwerk der Kathedrale Notre-Dame de Paris teilweise zerstört. Der Pariser Feuerwehr gelang es nach etwa vier Stunden, den Brand im Wesentlichen auf den hölzernen Dachstuhl zu begrenzen. Die Westfassade mit den Haupttürmen,

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 97

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, wann haben Sie zuletzt einen Brief mit der Hand geschrieben? In Zeiten von Emails, Whatsapps und Twitter kommt das immer seltener vor – dennoch möchte ich Ihnen heute einen der berühmtesten Briefe der Musikgeschichte vorstellen, der in Alexander Puschkins Versroman „Eugen Onegin“ eine wichtige Rolle spielt. Puschkins Roman ist das russische Nationalgedicht schlechthin und diente Peter Tschaikowsky als Vorlage zu seiner wohl populärsten Oper. War es Ironie des Schicksals, dass Puschkin auf die gleiche Weise zu Tode kam wie der romantische Dichter Lenski in seinem bekanntesten Werk „Eugen Onegin“? Genau wie

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 96

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für den heutigen Fest-Gottesdienst zum Reformationstag im Kaiserdom war ein großes musikalisches Fest geplant. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Wiedereinweihung nach der umfänglichen Restaurierung sollte neben einer Bach-Kantate auch Felix Mendelssohn Bartholdys fünfte Sinfonie, die sogenannte Reformations-Sinfonie, erklingen. Daher soll dieses großartige Musikstück im Mittelpunkt des heutigen Newsletters stehen.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 95

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, das heutige Musikstück habe ich auf sehr ungewöhnliche Art kennengelernt: In der Verfilmung von Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ aus dem Jahr 1973 spielt es eine Schlüsselrolle – es ist der Moment der Wiederbegegnung zwischen dem Lehrer Dr. Johannes Bökh, genannt Justus (Joachim Fuchsberger), und Dr. Robert Uthoff, genannt der Nichtraucher (Heinz Reincke), die sich seit Jahrzehnten aus den Augen verloren hatten. So haben Sie dieses Stück bestimmt noch nicht gehört – die Musik setzt ein bei 59:10 und dauert eine knappe Minute: https://www.youtube.com/watch?v=0wXb4fmyWkI

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Start der Musikfilmreihe „Faszination Klassik“@Home ab 27. Oktober 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, vom 27. Oktober bis 17. November 2020 sollte die 10. Ausgabe unserer Musik-Filmreihe „Faszination Klassik“ in den Kammerlichtspielen Königslutter stattfinden. Aufgrund der aktuellen Situation ist dies jedoch leider nicht durchführbar, es würde nur eine sehr begrenzte Platzzahl zur Verfügung stehen. Deshalb möchten wir Ihnen in diesem Jahr eine Alternative für zuhause anbieten: „Faszination Klassik“@Home.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 94

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, ein Meisterwerk? Oder doch verrückte Musik? Die Geister scheiden sich bei Robert Schumanns Cellokonzert. Nach dem Cellokonzert Nr. 1 von Camille Saint-Saëns steht in dieser Woche mit Schumanns Cellokonzert ein weiteres Konzert in a-Moll im Mittelpunkt.

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Musik in schwierigen Zeite-Folge 93

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Sie kennen das bestimmt: Sie sind Gast bei einer Hochzeitsfeier. Nach der Trauung gibt es meistens etwas zu essen, danach folgen Reden und Einlagen, mal originell und geglückt, manchmal auch langweilig und peinlich. Ein gutes Glas Wein kann über vieles hinweg helfen, selbst wenn der DJ über sich hinauswächst und es schafft, selbst den letzten Tanzmuffel noch für das Parkett zu gewinnen. Irgendwann ist Mitternacht, und dann folgt das letzte Ritual: Die Hochzeitstorte – und um diese dreht es sich heute musikalisch.

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Musik in schwierigen Zeiten-Folge 91

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, mit Schwung und Temperament geht es heute in das Wochenende – auf dem Programm stehen die Slawischen Tänze op. 46 von Antonin Dvorak. Im vielseitigen Werk des böhmischen Komponisten spielen die zwei Bände seiner Slawischen Tänze op. 46 und op. 72 eine wichtige, prägende Rolle. Paradoxerweise auf Anregung zweier Deutscher hin entstanden – des Komponisten Johannes Brahms und dessen Verlegers Fritz Simrock – drücken diese Werke unverwechselbar böhmische nationale Identität aus.

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